Erstellt am 04. August 2014, 18:20

von APA/Red

Salzburger nach Steinbock-Attacke wohlauf. Jener Bergwanderer aus Salzburg, der am Sonntag am bayerischen "Watzmann" von einem Steinbock verletzt wurde, befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Der 45-Jährige erlitt einen Sprunggelenks- und Wadenbeinbruch. Er wurde im Uniklinikum Salzburg operiert und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Vom Krankenbett aus schilderte er die bangen Minuten während und nach der Attacke.

Steinbock-Opfer hatte Hund dabei

Andreas Konrad stieg mit seiner vierjährigen Hündin "Layla" vom Gipfel ab, als er auf rund 2.600 Meter Seehöhe von dem Steinbock angegriffen wurde. "Er ist mir quasi entgegengekommen und hat zuerst den Hund attackiert. Als Layla zu mir gelaufen ist, ist der Steinbock auf uns beide losgegangen. Das erste Mal konnte ich noch davon kommen", erzählte er am Montag.

Beim zweiten Mal habe ihn der Steinbock von hinten mit den Hörnern weggestoßen, sagte der leidenschaftliche Bergsteiger. "Ich bin geflogen, Steine sind geflogen. Da willst du nur weg, da hast du nur Angst. Überall war Blut, ein Knöchel ist herausgestanden."

Als der Salzburger am Boden lag, ließ das aggressive Tier von ihm ab. "Der Steinbock blieb auf drei Meter Entfernung stehen, solange, bis der Hubschrauber gekommen ist." Die Hündin ist mit einem "blauen Auge" davongekommen.

"Ich zitterte am ganzen Körper"

Erst nach einigen Versuchen gelang es dem Verletzten, einen Notruf abzusetzen. Konrad hatte zuerst keine Handyverbindung. Bis die Retter eintrafen, suchte er Schutz in einer kleinen Felsrinne. Sein Golden-Retriver-Mischling verkroch sich unter seinen Beinen. "Dort haben wir circa eine dreiviertel Stunde auf Hilfe gewartet. Der Steinbock hat uns beobachtet. Ich zitterte am ganzen Körper, spürte den Schmerz und bekam Durst", beschrieb der 45-Jährige seinen Zustand, bis die Rettungskräfte eintrafen - einfallender Nebel hatte den Einsatz erschwert.

Bis Ende der Woche muss der Unternehmer - er betreibt ein Ingenieurbüro in der Stadt Salzburg - voraussichtlich noch im Spital bleiben. "Ich habe auch viele Prellungen und Abschürfungen erlitten. Mir geht es den Umständen entsprechend relativ gut. Die Operation hat zweieinhalb Stunden gedauert und ist laut den Ärzten gut verlaufen. Ich bin jetzt verschraubt und verplattet und bekomme Schmerzmittel."

Salzburger will nach Genesung wieder Berge erklimmen

Trotz dieser ungewöhnlichen Attacke will Konrad nach seiner Genesung wieder die Berge erklimmen. Oberarzt Manfred Eppel von der Unfallchirurgie habe sich zuversichtlich gezeigt, dass die Brüche am rechten Bein wieder ausheilen würden und er wieder ganz gesund werde, sagte Konrad.

Erst in der vergangenen Woche kam er von Bergtouren im Kaukasus zurück. Dort hatte er auch den 5.642 Meter hohen Elbrus bestiegen. "Im Kaukasus haben wir einige Steinböcke gesehen, die waren alle brav", schmunzelte der Salzburger.