Erstellt am 30. Oktober 2015, 09:42

Sammelstelle in Nacht "an Belastungsgrenze". In der Sammelstelle am steirischen Grenzübergang Spielfeld hielten sich gegen 9.00 Uhr laut den Einsatzkräften gegen 3.500 Personen auf, in Bad Radkersburg fanden sich keine Flüchtlinge ein.

 |  NOEN, APA

Dem Roten Kreuz zufolge war Spielfeld in der Nacht auf Freitag "an der Belastungsgrenze mit der Platzanzahl". Rund 4.000 Personen passen in die beheizten Zelte, in der Nacht waren 4.200 Menschen zu versorgen.

Für den Tag standen 17 Busse des Bundesheeres und 100 zivile Busse zur Verfügung. Um 5.00 Uhr bestiegen Flüchtlinge die ersten Busse, rund 1.300 Personen werden laut Polizei "mit drei Sonderzügen der ÖBB von Graz weiterfahren". Gebracht werden die Flüchtlinge nach Wels und Linz.

Nach wie vor muss im Laufe des Tages mit Neuankünften von Flüchtlingen in einem Ausmaß wie in den letzten Tagen gerechnet werden, das auch in Bad Radkersburg - die Sammelstelle ist zwar im Moment nicht belegt, aber in den nächsten Stunden müsse man mit dem Eintreffen weiterer Schutzbedürftiger rechnen.

Die Entwicklung der Situation sei abhängig von den Transportkapazitäten und den freien Quartieren. Sofern die Weiterfahrt der Flüchtlinge wie zuletzt aufrechterhalten werden könne, sei ein geordneter Ablauf vor Ort zu erwarten, schätzte die Polizeiführung. Die Temperaturen waren in den Nachtstunden vergleichsweise mild, allerdings sorgte das nebelige, feuchte Wetter bei den übermüdeten Menschen für Frösteln.

Das Rote Kreuz an der Grenze meldete eine "geordnete, aber arbeitsintensive Einsatznacht". Durch das doch sehr hohe Flüchtlingsaufkommen in Spielfeld mussten mehr als 300 Versorgungen und 18 Transporte in Krankenhäuser durchgeführt werden, sagte Sprecher August Bäck. Vor allem Kindern, älteren Menschen und schwangeren Frauen setzten die Strapazen der Flucht sehr zu. Schwere Erkrankungen oder Notfälle wurden bisher aber noch nicht verzeichnet.