Erstellt am 26. März 2015, 11:01

Saudi-Arabien greift militärisch im Jemen ein. Saudi-Arabien hat militärisch in den blutigen Konflikt im Jemen eingegriffen. Saudische Kampfjets würden Stellungen der schiitischen Houthi-Rebellen bombardieren, sagte der saudische Botschafter in Washington, Adel al-Jubeir, am Mittwochabend vor Journalisten.

An dem Einsatz beteiligten sich zehn Länder. Es gehe darum, die legitime Regierung von Präsident Hadi zu schützen und zu verteidigen.

Es seien Ziele in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten des Landes angegriffen worden, so der Diplomat. Bei den Angriffen der Militärkoalition kamen mindestens 13 Zivilisten ums Leben. Nach Angaben eines Zivilschutzvertreters wurde bei den Angriffen durch saudi-arabische Kampfflugzeuge ein Wohngebiet der jemenitischen Hauptstadt getroffen. Demnach waren unter den Opfern auch mehrere Kinder.

Schutz der Bevölkerung vor Übernahme als Ziel

Wo sich der Präsident aufhielt, wollte der saudische Botschafter nicht sagen. In einer gemeinsamen Erklärung Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwaits, Bahrains und Katars hieß es, die Militärintervention gegen die Houthi-Miliz erfolge auf Bitten Hadis.

Ägypten erklärte, es leiste politische und militärische Unterstützung für das Vorgehen Saudi-Arabiens. Auch Jordanien bestätigte seine Beteilgung an der Militäroffensive. Botschafter Jubeir sagte, die USA seien an der Militäraktion nicht beteiligt, sein Land habe jedoch die Regierung in Washington konsultiert.

Laut dem saudischen Botschafter ist das Ziel der Operation der Schutz der Bevölkerung vor einer Übernahme durch die Houthi-Rebellen. Zuvor hatte der von den Houthis in der südjemenitischen Hafenstadt Aden bedrängte Präsident Hadi das Ausland dringend um ein militärisches Eingreifen aufgefordert.

Als die Houthi-Kämpfer schon die Außenbezirke der Stadt erreicht hatten, verschwand Hadi aus seinem Anwesen und tauchte unter. Kurz darauf drangen Plünderer in das Gebäude ein. Um den Flughafen der Stadt wurde gekämpft.

"Diese Angriffe sind eine sehr gefährliche Entwicklung"

Ein Sprecher der Houthis bezeichnete die saudischen Angriffe als Kriegserklärung. Damit könne sich der Konflikt im Jemen zu einem Regionalkrieg auswachsen, warnte der Sprecher dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera. Auch der Iran verurteilte die Luftangrife.

"Diese Angriffe sind nicht nur eine Verletzung der territorialen Integrität des Jemens, sondern auch eine sehr gefährliche Entwicklung", erklärte die iranische Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Donnerstag. Die Angriffe würden die Optionen für eine friedliche Lösung des Konflikts blockieren und sollten daher umgehend gestoppt werden, forderte die Sprecherin.

Saudi-Arabien setzte nach den Angriffen internationale und inländische Flüge auf sieben Flughäfen im Süden des Landes aus. Betroffen seien unter anderem die Airports Jizan, Abha and Wadi al-Dawaser, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Sie gab keinen Grund für die Schließung an, auch nicht, wie lange diese Maßnahme andauern wird. Im Jemen wurden alle großen Seehäfen wegen des Konflikts geschlossen. Das verlautete am Donnerstag aus Schifffahrtskreisen.