Erstellt am 15. Januar 2015, 12:28

von APA Red

Münchner Gericht ließ Pechstein-Klage gegen ISU zu. Das Oberlandesgericht München hat am Donnerstag die Klage der deutschen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein gegen den Eislauf-Weltverband (ISU) angenommen.

Das Gericht erklärte die 2009 getroffene Schiedsvereinbarung von Pechstein mit dem Sportverband für unwirksam und erkennt die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) zur ihrer Sperre nicht an. Der CAS war am 25. November 2009 dem Urteil der ISU gefolgt und hatte die Zwei-Jahres-Sperre Pechsteins wegen schwankender Blutwerte ohne Doping-Beweis bestätigt. In dem Münchner Schadenersatzprozess hat die 42-Jährige die ISU auf 4,4 Millionen Euro verklagt. Pechstein hat Doping stets bestritten und führt eine von ihrem Vater geerbte Blutanomalie als Grund für ihre Blutwerte an.

"Ein großer Tag für mich"

Die fünffache Olympiasiegerin wertete das Urteil als Erfolg. "Es ist ein großer Tag für mich. Dieser Sieg ist mehr wert als alle Olympiamedaillen zusammen", sagte die Berlinerin. "Die ISU-Betrüger haben mir alles genommen. Aber es ist jetzt nicht zu Ende. Mich freut es, dass die ISU jetzt handeln und Beweise auf den Tisch legen muss", sagte Pechstein.

Das Urteil kann von großer Tragweite für die deutsche und internationale Sportgerichtsbarkeit sein. Die ISU bestätigte, dass man vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Berufung gehen werde. Sollte auch der BGH dem Urteil des Oberlandesgerichts folgen, würden künftig Sportler ein Wahlrecht zwischen Sportgerichtsbarkeit und ordentlichen Gerichten erhalten.

Erst nach dem BGH-Urteil wird vor dem Oberlandesgericht über die finanziellen Forderungen von Pechstein verhandelt. Die ISU müsste dann der Athletin Doping nachweisen. Vor den Sportgerichten hatte sie bisher ihre Unschuld beweisen müssen und war damit gescheitert.

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