Erstellt am 12. Dezember 2014, 15:44

von APA Red

Schiemer beendet nach Rapid-Match Karriere. Franz Schiemer beendet nach dem Heimspiel seines Clubs Red Bull Salzburg am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Rapid seine Karriere als Profi-Fußballer im Alter von erst 28 Jahren.

Dies bestätigte der Oberösterreicher am Freitag auf einer Pressekonferenz der "Bullen". Er will sich vorerst ins Privatleben zurückziehen: "Ich bin neugierig auf das Leben danach."

"Ich bin einfach nicht mehr so belastbar"

Schiemer hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und fühlt sich mittlerweile nicht mehr in der Lage, seinen bis Saisonende laufenden Vertrag in der Mozartstadt mit voller Kraft erfüllen zu können.

"Ich will nicht bis Sommer mit ein paar Prozent Fußball spielen, das war und ist nie mein Anspruch. Ich bin einfach nicht mehr so belastbar", meinte der Innenverteidiger, der in seiner Laufbahn unter anderem 15 Cuts erlitt.

Schon seit zwei Jahren beschäftigte sich Schiemer mit dem Gedanken, die Schuhe vorzeitig an den Nagel zu hängen. "Und seit ein paar Monaten ist die Entscheidung für mich klar", sagte der Abwehrspieler, der viermal Meister (dreimal mit Salzburg, einmal mit Austria) und dreimal Cupsieger (einmal mit Salzburg, zweimal mit Austria) wurde.

"Aber das größte Highlight für mich war der Aufstieg in die Bundesliga mit Ried 2005. Von den Emotionen her war es niemals wieder so wie damals", erzählte Schiemer.

Im Team gute Figur gegen Drogba abgegeben

Besonders gern denkt der frühere ÖFB-U21-Teamkapitän auch an sein erstes A-Länderspiel von Beginn an im Oktober 2007 in Innsbruck beim 3:2 gegen die Elfenbeinküste zurück. "Da habe ich gegen Drogba eine gute Figur gemacht." Sein 25. und letztes Länderspiel absolvierte der vierfache Team-Torschütze am 7. Juni 2013 in der WM-Qualifikation in Wien gegen Schweden (2:1).

Vor dem Rapid-Match gibt es für Schiemer eine Ehrung, danach zieht sich der verheiratete Vater eines einjährigen Sohns ins Privatleben zurück. "Jetzt will ich einmal nichts anderes machen, als mich um meine Familie zu kümmern", sagte der Oberösterreicher.

Schiemer schloss ein Studium in Bezug auf Projekt- und Sportmanagement ab - inwieweit er dieses erworbene Wissen jemals beruflich anwendet, ließ er allerdings offen. "Ich weiß noch nicht, ob ich das weiterverfolgen werde."

Die Tür zu Red Bull steht laut Ralf Rangnick auf jeden Fall offen. "Wenn er im Fußball irgendwann einmal etwas machen will, haben wir für ihn ein offenes Ohr", betonte der Sportdirektor und äußerte sich voll des Lobes über Schiemer. "Solche Spieler wie ihn mit dieser Einsatzbereitschaft gibt es nicht viele. Es war mir eine große Freude, ihn kennengelernt zu haben. Ich habe großen Respekt vor ihm und seiner Entscheidung. Das Schwierigste wird sein, ihn als Menschen zu ersetzen."