Erstellt am 18. Oktober 2015, 06:48

Schily wies Bestechungsvorwürfe bei WM-Vergabe zurück. Der frühere deutsche Innenminister Otto Schily hat den Vorwurf der Bestechung bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zurückgewiesen.

 |  NOEN, APA (dpa)

Als Mitglied des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft habe er zu keinem Zeitpunkt Informationen erhalten, die den Verdacht Schwarzer Kassen begründeten, sagte Schily der "Bild am Sonntag".

Der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, hat am Samstag ausgeschlossen, dass die Vergabe der WM gekauft worden sei. Es habe "ganz sicher" keine Schwarze Kasse und keinen Stimmenkauf gegeben, beteuerte Niersbach in einem Interview der verbandseigenen Internetseite DFB.de. Das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, ihm vorliegende vertrauliche Unterlagen ließen darauf schließen, dass die nach Deutschland vergebene Fußball-Weltmeisterschaft gekauft gewesen sei.

Der DFB hat allerdings Ungereimtheiten rund um eine millionenschwere Zahlung an den Fußball-Weltverband FIFA eingeräumt. Das gehöre zur Verantwortung der FIFA und liege außerhalb der Verantwortung des Organisationskomitees, sagte Schily dazu.

Die FIFA wird derzeit vom größten Skandal ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte erschüttert. Die USA haben Anklage gegen mehrere FIFA-Vertreter erhoben. Ihnen wird organisierte Kriminalität, Geldwäsche und Überweisungsbetrug im Zuge millionenschwerer Bestechungsprogramme zur Last gelegt.