Erstellt am 24. April 2015, 13:51

Bayern im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona. Die Fußball-Champions-League-Halbfinalpartien lauten FC Barcelona gegen Bayern München und Juventus Turin gegen Titelverteidiger Real Madrid. Das ergab die am Freitag am UEFA-Sitz in Nyon vorgenommene Auslosung.

Der derzeit verletzte ÖFB-Star David Alaba stünde den Bayern wohl erst im Finale am 6. Juni in Berlin zur Verfügung, sofern die Münchner den Ex-Club ihres Trainers Pep Guardiola bezwingen.

"Natürlich ist es speziell, mehr kann ich nicht sagen", sagte der 44-jährige Katalane, der "Barca" 2009 und 2011 zum Champions-League-Triumph führte, nachdem er als Spieler mit seinem Stammclub 1992 den Europacup der Meister sowie 1997 jenen der Cupsieger gewonnen hatte. Die Mannschaft um den argentinischen Superstar Lionel Messi begeisterte in seiner Trainer-Ära mit Offensivfußball, der auf schnellem Kurzpassspiel mit viel Ballbesitz basierte.

"Guardiola kennt uns natürlich gut"

2013 war Barcelona, damals nicht mehr unter Guardiolas Regie, im Halbfinale ohne Chance gegen die Münchner, die auf dem Weg zum "Triple" mit Alaba 4:0 und 3:0 klar siegten. Die Bayern wurden damals noch von Jupp Heynckes betreut. "Guardiola kennt uns natürlich gut, aber wir kennen auch ihn und seinen Spielstil", betonte Barcelonas Vizepräsident Jordi Mestre.

Mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage ist die Bilanz des deutschen Rekordmeisters gegen den Halbfinalgegner überaus positiv. Das Hinspiel findet am 6. Mai in Barcelona statt, das Rückspiel sechs Tage später in München. Die Katalanen, aktuell zwei Punkte vor Real Madrid Tabellenführer, können in dieser Saison wie die Bayern noch Meister, Cup- und Champions-League-Sieger werden.

"Die Chancen stehen 50:50"

"Ich hatte es im Gefühl. Diese Geschichten schreibt nur der Fußball. Ich freue mich sehr drauf. Es ist eine super Ausgangskonstellation. Die Chancen stehen 50:50. Was gibt es Schöneres als große Spiele", sagte Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer nach der Auslosung. Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sieht die Münchner dagegen als Außenseiter. "Ich halte den FC Barcelona von der Kompaktheit her am stärksten in diesem Wettbewerb. Chancenlos ist der FC Bayern nicht, aber die Favoritenrolle gehört dem FC Barcelona", meinte der 69-Jährige.

Der Alaba-Club brauche zwei solche Tage wie am Dienstag beim 6:1 (5:0) gegen Porto, ergänzte Beckenbauer. Gegen die Portugiesen hatte der Bundesliga-Spitzenreiter mit einer Topleistung vor der Pause das Aus nach dem 1:3 im Hinspiel abgewendet.

Real Madrid will Titel verteidigen

Barca-Erzrivale Real Madrid will dagegen mit der ersten erfolgreichen Titelverteidigung in Europas Königsklasse Geschichte schreiben. Denn seit Einführung der Champions League in der Saison 1992/93 hat es bisher kein Club geschafft, die begehrteste Trophäe im Club-Fußball zweimal hintereinander zu holen. Von der Papierform ist Real klarer Favorit, denn Italiens Rekordmeister Juventus steht erstmals seit zwölf Jahren wieder unter den letzten vier der Elite-Liga. Das erste Duell findet am 5. Mai in Turin statt, das zweite achte Tage später in Madrid.

Auch für Real-Trainer Carlo Ancelotti ist es ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club, den er von 1999 bis 2001 betreut hatte. Unter seiner Führung holte "Juve" allerdings keinen Titel, wurde 2000 und 2001 "nur" Vizemeister. Ancelotti wechselte danach zum AC Milan, mit dem er 2003 und 2007 die Champions League gewann. Im Vorjahr folgte gleich in seiner Debütsaison bei Real der bereits dritte Triumph im wichtigsten Europacup-Bewerb.

Im Halbfinale der Europa League trifft Titelverteidiger FC Sevilla auf Dynamo-Kiew-Bezwinger Fiorentina, im zweiten Duell bekommt es SSC Napoli mit dem ukrainischen Überraschungsclub Dnipro Dnipropetrowsk zu tun. Spieltermine sind der 7. und 14. Mai, das Endspiel wird am 27. Mai in Warschau ausgetragen.