Erstellt am 16. Januar 2015, 10:58

Schröcksnadel unzufrieden mit Ski-Herren-Team. Ski-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher hat nach seinen klaren Worten Rückendeckung von Verbandspräsident Peter Schröcksnadel erhalten. "Ich bin absolut seiner Meinung", erklärte Schröcksnadel der "Tiroler Tageszeitung".

Er bekräftigte, dass man "ein Problem" habe. "Ja, vor allem im Slalom und teilweise im Riesentorlauf. Nur die Speed-Truppe nicht, die ist super", sagte Schröcksnadel. "Ich sehe, dass wir immer mehr Geld ausgeben und wir bekommen immer weniger Output. Für mich ist das nicht akzeptabel. Beteiligt sind wir alle", erklärte der ÖSV-Boss. Puelacher hatte am Mittwoch in Wengen u.a. zur Nachwuchskrise der ÖSV-Herren im Slalom Stellung genommen.

Im rot-weiß-roten Team habe sich offenbar ein wenig der Schlendrian eingeschlichen. "Wir leben in einer Komfortzone und irgendwo hat sich da Bequemlichkeit eingeschlichen", sagte Schröcksnadel und ergänzte: "Die Zeit der Komfortzone ist vorbei."

Mannschaftlich geschlossene Leistung erbringen

An wen die Kritik gerichtet sei, erklärte der 73-Jährige so: "Ich spreche nicht primär die Damen an, sondern die Herren, aber keinen Benni Raich und keinen Mario Matt - der hat ein Materialproblem. Leistungssport heißt Leistung bringen, dahinter stehe ich. Die Skispringer haben den Generationenwechsel vollzogen, die alpinen Techniker nicht."

Eventuelle Veränderungen im Betreuerteam werde man "intern diskutieren". "Wir haben in der Vergangenheit auch nicht immer in allen Disziplinen gewonnen. Aber bei dem Aufwand, den wir haben, muss es ein Anspruch sein, in jeder Disziplin neben Topleistungen einzelner Athleten (Hirscher, Anm.) auch mannschaftlich eine geschlossene Leistung zu erbringen."

"Wir müssen umdenken"

Schröcksnadel stellte angesichts des Abwärtstrends im einstigen "Power Team" klar: "Wir müssen umdenken.""Wir haben gute, sehr junge Athleten, der Mittelbau fehlt, und mit gutem Management ist diese Lücke sicher zu schließen", hofft der Innsbrucker.

Der ÖSV will in Zukunft offenere Augen bei der Suche nach Talenten haben. "Dabei ist es doch egal, ob einer von der Rennschule kommt oder von sonst wo. Alle muss man integrieren", so Schröcksnadel, der wie Puelacher die Landesverbände in die Pflicht nahm: "Bei uns wird derzeit nur verwaltet. Ich fordere neue Ideen, nicht die Verwaltung der alten. Das Problem: Innovation will niemand, die bedeutet Gefahr. Vielen ist es lieber, dass alles bleibt, wie es ist. Wir müssen umdenken."