Erstellt am 27. Februar 2015, 10:18

von APA/Red

Wieder Wirbel um Zentralmatura. Nächster Patzer rund um die Zentralmatura: Terminkollision mit Stellung.

Einige Maturanten sollen just zu dem Termin zur Stellung für den Grundwehrdienst einrücken, an dem zum ersten Mal österreichweit einheitlich in allen AHS die schriftliche Matura angesetzt ist, berichtete das Ö1-"Morgenjournal" am Freitag. Die FPÖ und Bundesschulsprecher Lukas Faymann sind empört, im Verteidigungsministerium ist man um Beruhigung bemüht.

Die schriftliche Matura findet heuer einheitlich an allen AHS von 5. bis 13. Mai statt. Doch einige männliche Maturanten sind vom Bundesheer genau in der Zeit kurz vor oder während der Zentralmatura zur Stellung zitiert worden, betroffen sind laut Ö1 Burschen in allen Bundesländern außer in der Steiermark.

"Ein riesiges Problem für die jungen Männer"

Je nach Anreise müssen sie für die Stellung bis zu zweieinhalb Tage einplanen - Zeit, die den Maturanten für die Vorbereitung auf die Zentralmatura fehle, kritisierte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Das sei "ein riesiges Problem für die jungen Männer". Kickl sieht nicht ein, dass sich das Verteidigungs- und das Unterrichtsministerium schlicht nicht koordiniert hätten, das sei eine "Bankrotterklärung" für die Regierung. Zwar kann man um eine Verschiebung des Stellungstermins ansuchen, dann bestünde aber die Gefahr, dass man nicht zum nächstmöglichen Termin einrücken könne, meint Kickl.

Auch Bundesschulsprecher Lukas Faymann von der ÖVP-nahen Schülerunion findet es nicht so toll, dass die Stellungstermine mit der Zentralmatura kollidieren: "Es ist mir ein Rätsel, wie so etwas passieren kann." In einer Aussendung forderte er die Ministerien zu mehr gegenseitiger Absprache auf und forderte zudem Schadensbegrenzung. "Sollten Maturanten ihren Stellungstermin nach hinten verschieben müssen, so muss es ihnen trotzdem möglich sein, zum nächstmöglichen Termin einzurücken."

Das Verteidigungsministerium versucht zu beruhigen: Das Bundesheer reagiere extrem flexibel auf Kollisionen mit Prüfungsterminen. Eine Verschiebung des Stellungstermins sei jederzeit möglich, ein Anruf genüge. Auch auf Wunschtermine beim Einrücken werde Rücksicht genommen. Man werde aber prüfen, ob man den Termin der Zentralmatura künftig bei den Stellungsterminen stärker berücksichtigen könne.