Erstellt am 02. Dezember 2014, 12:33

von APA Red

Schulen im Waldviertel am Dienstag geschlossen. Raureif und Eisregen im Waldviertel haben am Dienstag dazu geführt, dass im Raum Ottenschlag (Bezirk Zwettl) etwa ein Dutzend Schulen geschlossen blieben.

Die Feuerwehren waren seit dem Wochenende bereits mehr als 400 mal im Einsatz. Auch im oststeirischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld und im burgenländischen Forchtenstein (Bezirk Mattersburg) gab es noch keine Entwarnung wegen Eisbruchs.

Transport wäre bei der Witterung zu gefährlich

Der Transport der Kinder mit Autobussen in die Waldviertler Schulen wäre aufgrund der Witterungsverhältnisse zu gefährlich, sagte Alfred Grünstäudl, Bildungsbeauftragter für das Waldviertel, Dienstag früh zur APA. Die etwa ein Dutzend Schulen - u.a. in Albrechtsberg, Bärnkopf, Gutenbrunn, Martinsberg, Ottenschlag und St. Johann/Weinzierl - blieben daher geschlossen, "bis sich die Lage normalisiert".

Zentimeterdick mit Eis überzogenen Bäume hielten indes die Feuerwehren weiterhin auf Trab. Laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger dürften Tausende bereits zu Bruch gegangen sein. Neben dem Raum Ottenschlag gab es Eis-Einsätze auch in den Bezirken Gmünd, Waidhofen a.d. Thaya, Horn und Hollabrunn.

Allein in der Nacht auf Dienstag mussten Feuerwehren 54 Mal wegen umgestürzter Bäume ausrücken, bilanzierte der Sprecher in der Früh. Großteils waren die Holzriesen auf Fahrbahnen, aber auch auf Hausdächer und Garagen geknickt. "Die Schäden lassen sich überhaupt noch nicht abschätzen", so Resperger.

Einige Verkehrsunfälle in der Nacht auf Dienstag in der Region verliefen mit Blechschäden glimpflich. Fahrzeuge waren jeweils gegen Bäume oder starke Äste gekracht, die auf Straßen gestürzt waren.

Gefrierender Regen und Nebel auch in der Steiermark

Auch Stromausfälle sorgten laut Resperger für mehrere Feuerwehreinsätze. Am Dienstag waren vorerst sieben Großstromgeneratoren des NÖ Landesverbandes aufgeboten, u.a. in Arbesbach, Großnondorf, Grainbrunn und in der Stadt Zwettl. Grainbrunn in der Gemeinde Sallingberg sei am Montag von 6.00 bis 21.15 Uhr stromlos gewesen, berichtete der Sprecher. Unter anderem habe ein Landwirt deshalb seine Kühe nicht mehr melken können.

Für Dienstag gingen die Feuerwehren von einer weiterhin massiven Einsatztätigkeit im Waldviertel aus. Mit einer Änderung der aktuellen Wetterlage sei vorerst nicht zu rechnen, hieß es.

Gefrierender Regen und Nebel sorgen seit dem Wochenende auch im oststeirischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld für bisher rund 50 Feuerwehr-Einsätze wegen Eisbruchs. Bäume halten der Last nicht stand und fallen um, oder Äste brechen ab. Nahe Pöllau krachte am Montag ein Baum auf einen vorbeifahrenden Lkw und traf die Fahrerkabine. Der Lenker blieb unverletzt, hieß es am Dienstag seitens der Einsatzkräfte.

Abstrakte Eiswelten und Probleme auf den Straßen

Besonders betroffen seien laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die Bereiche zwischen 600 und 1.400 Metern Seehöhe. Dort halte sich eine feuchte Luftschicht mit Temperaturen unter null Grad Celsius.

Die gefrierenden Tröpfchen sorgen nicht nur für abstrakte Eiswelten sondern auch für Probleme auf den Straßen. Fahrbahnen werden immer wieder von umfallenden Bäumen verlegt. Vor allem das Wechselgebiet und die Gemeinde Pinggau sind seit Samstag immer wieder betroffen, so Hans Peter Feichtinger vom Bereichsfeuerwehrverband Hartberg.

Die Feuerwehren mussten auch einige Hausdächer, die von Bäumen beschädigt worden waren, provisorisch mit Planen abdecken. Da es aber immer eisiger wurde und die Helfer sich selbst in Gefahr gebracht hätten, mussten sie diese Dienstleistung vorläufig einstellen. Daher konzentrierten sie ihre Arbeit auf wegzuräumende Äste und Gehölz. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren in den vergangenen Tagen wegen Eisbruchs im Bezirk im Einsatz und auch am Dienstag kam es immer wieder zur Alarmierungen.

Keine Entwarnung im Mattersburger Ortsteil Rosalia

Auch in der burgenländischen Gemeinde Forchtenstein (Bezirk Mattersburg) gibt es vorerst keine Entwarnung für die Bewohner im Ortsteil Rosalia: Weil durch die Eislast immer noch Bäume umstürzen, bleibt die L223 gesperrt, auch von niederösterreichischer Seite ist die Zufahrt unmöglich. Eine Aufhebung der Sperre war heute, Dienstagfrüh zunächst nicht absehbar.

Die Einsatzkräfte raten den Bewohnern derzeit vor allem Eines: "Drinnen bleiben", so der Kommandant der Feuerwehr Neustift an der Rosalia, Michael Sauerzapf zur APA. Im Freien ist es derzeit nicht nur unwirtlich, sondern in der Nähe von Bäumen auch gefährlich.

Die Rosalia war heute, Dienstagfrüh, weiterhin in Nebel gehüllt, die Temperatur lag unter dem Gefrierpunkt. In Waldnähe wird die herrschende Stille im Schnitt gut alle 30 bis 60 Sekunden von lautem Knacken und Krachen unterbrochen, wenn wieder ein Baum oder ein Ast unter der eisigen Last kapituliert hat und zu Boden kracht.

"Die Bäume sind nach wie vor gefallen", schilderte Sauerzapf die Situation der vergangenen Nacht. Er könne sich derzeit nicht vorstellen, dass die Straße freigegeben wird. Die Rosalia war auch am Dienstag wegen der Sperre weder von Forchtenstein noch vom benachbarten Niederösterreich aus mit dem Auto erreichbar.

Die Entscheidung trifft ein Einsatzstab, der am Vormittag die Lage beriet. Ihm gehören Vertreter von Bezirkshauptmannschaft, Gemeinde und Feuerwehr sowie von Polizei und den Esterhazy Betrieben an.