Erstellt am 16. Juli 2014, 13:26

von APA/Red

Schwimm-EM in Berlin ohne Dinko Jukic. Österreich ist bei den Schwimm-Europameisterschaften im August in Berlin mit einem 18-köpfigen Kontingent vertreten, Dinko Jukic fehlt aber im Aufgebot.

Der mit dem Österreichischen Schwimmverband (OSV) im Dauerclinch liegende zweifache EM-Medaillengewinner verpasste am Wochenende bei einem Meeting in Slowenien die geforderte Norm für die Titelkämpfe (13. - 24. August).

Damit werden in der deutschen Hauptstadt 15 Schwimmer, zwei Wasserspringer und eine Synchronschwimmerin die rot-weiß-roten Farben vertreten. Jukic unternahm am Wochenende in Kamnik seinen zweiten Versuch, ein EM-Limit zu erbringen. Der 25-Jährige blieb über 100 m Delfin in 54,42 aber um 34 Hundertstel über der geforderten Norm, über 50 m waren es 42. Seine Bestzeit über 100 m steht seit Olympia 2012 bei 51,99. Zwei Wochen davor hatte es der Olympia-Vierte von London ebenfalls in Slowenien auch schon vergeblich versucht.

"Ich bin sehr froh, dass ich zurück bin"

Das Verpassen der EM nimmt Jukic nicht allzu tragisch. Seine Prioritäten sind auf die Kurzbahn-Saison am Jahresende und langfristig auf Olympia 2016 gesetzt. "Es hätte keinen Sinn gemacht, zur EM zu fahren, nur um dabei zu sein", sagte der Wiener gegenüber einem Internetportal.

Die fünf Comeback-Rennen in den vergangenen zwei Wochen stimmen ihn zuversichtlich. "Ich bin sehr froh, dass ich zurück bin und diese fünf Rennen hinter mich gebracht habe", so Jukic. Mit dem 100 m-Delfinzeit ist er nicht unzufrieden. "Ich bin es unrasiert und aus dem Training heraus geschwommen, habe diese Rennen als Trainingswettkämpfe mitgenommen."

An seinem in London nur knapp verpassten Ziel einer Olympia-Medaille hält er fest. "Wenn ich bis Ende 2014 auf der Kurzbahn wieder bei der europäischen Spitze dabei bin und im Jahr darauf auf der Langbahn wieder um Medaillen mitschwimmen kann, dann kann es auch mit einer Olympia-Medaille etwas werden."

"Der Schwimm-Verband interessiert mich immer weniger"

Die Nennung für seine kürzlichen Starts in Slowenien verlief nicht ganz reibungslos. Der OSV bemängelte zunächst eine fehlende Auslandsstart-Genehmigung. Der Verband interessiere ihn aber nur mehr am Rande, betonte Jukic. "Der Schwimm-Verband interessiert mich immer weniger und weniger. Das einzige, was ich von ihnen möchte, dass ich, wenn ich den Richtlinien eines Großereignisses entspreche, von ihnen dort angemeldet werde."

Für OSV-Generalsekretär Thomas Unger ist das Verpassen der Norm keine große Überraschung. "Es ist schwer, nach einem Jahr Pause wieder zurückzukommen", meinte Unger. Das EM-Limit sei auch für Jukic "kein Honiglecken". Seit den Olympischen Spielen in London hatte der langjährige Spitzenplatzgarant bis vor kurzem lediglich im Frühjahr 2013 ein einziges Meeting absolviert.

In Abwesenheit des EM-Zweiten von 2008 sind für Unger in Berlin die Schwimmer Lisa Zaiser bzw. Jakub Maly sowie Turmspringer Constantin Blaha die größten Hoffnungsträger. Zaiser und Maly traut er den Finaleinzug zu, Blaha sei im erweiterten Kreis der Medaillenanwärter.

"Fokus liegt auf zügigem Ausbau der Leistungszentren"

Neben den 18 EM-Startern hatten auch noch vier Nachwuchstalente die geforderten EM-Normen geschafft. Sie nehmen aber stattdessen an den ebenfalls Mitte August stattfinden Olympischen Jugendspielen in China teil.

OSV-Präsident Stefan Miklauz sieht sich nicht nur deshalb in seinem eingeschlagenen Weg der forcierten Jugendarbeit bestätigt. "Es ist dem OSV und mir persönlich ein großes Anliegen, die Jugend in Zukunft noch stärker zu fördern. Daher liegt der klare Fokus des OSV auf dem zügigen Ausbau der Leistungszentren", so Miklauz. Man habe aber noch viel Arbeit vor sich, die Weichen seien jedoch richtig gestellt, ist er überzeugt. Bei der EM dürfe man auf eine gute Performance und auch realistische Chancen auf Medaillen hoffen.