Erstellt am 09. Juni 2015, 13:53

von APA/Red

Mehr als 100.000 Bootsflüchtlinge. Rund 102.000 Menschen sind seit Beginn dieses Jahres in Booten über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Die Schwelle von 100.000 sei damit etwas früher überschritten worden als im vergangenen Jahr.

Von kriegslüsternen Mördern in die Flucht getrieben  |  NOEN, APA (epa)

Dies teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf mit. Für die nächsten Monate werde ein starker Anstieg der Flüchtlingszahlen erwartet. "Eine ruhigere Wetterlage dürfte Schlepper ermutigen, nicht seetüchtige offene Boote mit noch mehr schutzlosen Menschen zu füllen", sagte IOM-Sprecher Leonard Doyle.

55.000 in Italien an Land gegangen

Fast 55.000 der zumeist aus dem Nahen Osten und Afrika stammenden Menschen seien in Italien an Land gegangen. Eine besonders starke Zunahme im Vergleich zum Vorjahr von 34.000 auf rund 46.000 habe Griechenland verkraften müssen.

Die griechische Küstenwache hat zuletzt binnen drei Tagen mehr als 4.000 Flüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen. Im ersten Quartal 2015 kamen nach Berichten der Küstenwache 40.297 Migranten auf den Ägäisinseln an. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 6.500. Die Lage ist nach Berichten örtlicher Medien dramatisch. Die Helfer seien erschöpft. Flüchtlinge müssen in vielen Fällen im Freien schlafen.

Behörden können Flüchtlingsstrom nicht stoppen

Die Behörden können den Flüchtlingsstrom nicht mehr stoppen. "Die Schlepper bringen die Menschen direkt in den Hafen rein", sagte ein Offizier der Küstenwache von der Insel Chios einer Presse-Agentur. Allein im Mai sind nach Angaben des Bürgermeisters von Chios, Manolis Vournous, 3.400 Migranten angekommen. Alle wollten nach Piräus und danach nach Westeuropa, sagte er der Athener Zeitung "Kathimerini" (Dienstag).

Die Migranten stammten überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Pakistan und dem Irak. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schlepperbanden Migranten nach Europa bringen.