Erstellt am 27. April 2014, 14:23

Separatisten führten OSZE-Beobachter vor. Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben mehrere festgehaltene OSZE-Beobachter der Presse präsentiert.

 Aktivisten unter der Leitung des selbsternannten Bürgermeisters Wjatscheslaw Ponomarew führten die in Zivil gekleideten Männer, die unverletzt schienen, am Sonntag in Slawjansk in einen Saal mit Journalisten.

"Wir sind Gäste von Ponomarew. Wir sind keine Kriegsgefangenen", sagte einer der vier deutschen Festgehaltenen. Alle Mitglieder des Teams seien gesund. Die Vorbedingungen für eine Freilassung seien ihnen nicht bekannt.

"Wir hängen von unseren Diplomaten ab, die mit dem Bürgermeister verhandeln müssen", sagte der Mann, der sich als Oberst der deutschen Bundeswehr vorstellte. "Wir haben keinen Hinweis darauf, wann wir in unsere Heimatländer zurückgeschickt werden." OSZE-Unterhändler wollten noch am Sonntag mit den Separatisten über die Freilassung sprechen.

Das festgehaltene OSZE-Team sei am Freitag zunächst in Slawjansk in einem Keller untergebracht gewesen, berichtete der Oberst. "Dort mussten wir uns zunächst selbst einrichten. Seit gestern sind wir in einen komfortableren Aufenthaltsraum, der beheizt ist, untergebracht." In dem Raum gebe es "Tageslicht und eine Klimaanlage". Russische Internetportale übertrugen Teile der Pressekonferenz direkt.

Berichten zufolge besteht das OSZE-Team aus drei deutschen Soldaten, einem deutschen Dolmetscher sowie einem Dänen, einem Polen, einem Schweden, einem Tschechen sowie fünf ukrainischen Soldaten. Die Separatisten hatten angekündigt, die ukrainischen Soldaten gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen austauschen zu wollen.

OSZE-Sprecherin Tatyana Baeva hatte zuvor gesagt, es sei eine Delegation nach Slawjansk entsandt worden, um über die Freilassung der Beobachter zu verhandeln. Das Verhandlungsteam werde am Sonntag dort erwartet. Die festgehaltene Gruppe gehört laut der OSZE nicht zur zivilen Beobachtermission, die wegen der Krise Ende März in die Ukraine entsandt wurde, sondern zu einer separaten Militärbeobachtermission unter deutscher Leitung.

Die prorussischen Milizionäre bezeichneten die Beobachter am Samstag als "NATO-Spione" und forderten einen Gefangenenaustausch. Russland, gleichfalls ein OSZE-Mitglied, versicherte am Samstag, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Freilassung der Beobachter zu erreichen.