Erstellt am 27. April 2014, 20:51

Separatisten ließen einen OSZE-Beobachter frei. Einer der acht gefangen genommenen europäischen OSZE-Beobachter ist in der Ostukraine freigelassen worden.

Der Schwede sei aus medizinischen Gründen auf freien Fuß gesetzt worden, sagte eine Sprecherin der prorussischen Separatisten. "Er leidet unter Diabetes, deshalb haben wir ihn entlassen", ergänzte sie. Es gebe jedoch keine Pläne, die anderen Beobachter am Sonntag gehen zu lassen.

Einem Augenzeugen zufolge wurde der Schwede von drei Männern zu einem OSZE-Fahrzeug begleitet. Eine Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) traf am Wochenende in der ukrainischen Stadt Slawjansk ein, um über die Freilassung der Gefangenen zu verhandeln.

Die Gefangennahme der Beobachter verschärfte die Spannungen zwischen dem Westen und Russland weiter. Die Aufständischen in Slawjansk hatten die Militärbeobachter am Sonntag auf einer Pressekonferenz vorgeführt. Die insgesamt 13 Mitglieder des OSZE-Militärbeobachtereinsatzes waren am Freitag gefangen genommen worden. Die Separatisten werfen ihnen Spionage vor.

Zu der Gruppe gehören vier Deutsche - drei Bundeswehrsoldaten und ein Übersetzer - und jeweils ein Militärbeobachter aus Tschechien, Polen, Schweden und Dänemark sowie fünf ukrainische Soldaten.

Bei den Festgehaltenen handelt es sich nicht um Mitglieder der laufenden diplomatischen OSZE-Beobachtermission, die vom Ständigen Rat der Organisation in Wien am 21. März beschlossen worden war. Vielmehr handelt es sich um militärische Beobachter aus den OSZE-Ländern, die auf Einladung der Regierung in Kiew in der Ukraine unterwegs sind.

Solche Inspektionen nach dem "Wiener Dokument" haben nicht das breite Mandat einer OSZE-Mission, sondern sind unter den Staaten selbst vereinbart. Deutschland führt den Einsatz, die Expertenteams vor Ort sowie die Leitnation wechseln alle paar Tage.

Die sieben führenden Industriestaaten beschlossen unterdessen, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Neue Strafmaßnahmen könnten am Montag verkündet werden. US-Präsident Obama verschärfte abermals den Ton gegen Russland und forderte die westlichen Staaten auf, geschlossen vorzugehen. "Wir sind in einer stärkeren Position, Herrn Putin abzuschrecken, wenn er sieht, dass die Welt geeint ist, dass Europa und die USA geeint sind", sagte Obama.