Erstellt am 28. Mai 2015, 11:08

von APA Red

Sevilla feierte historischen Erfolg. Vier Triumphe im zweitwichtigsten europäischen Club-Wettbewerb - das ist vor dem FC Sevilla noch keinem Team gelungen. Ausgelassen feierten die Spanier den Sieg im Europa-League-Finale, während die Spieler von Außenseiter Dnipro nach großem Kampf am Ende mit hängenden Köpfen vom Platz schlichen.

 |  NOEN, APA (epa)

Der zweifache Torschütze Carlos Bacca stemmte stolz den Pokal in den Warschauer Nachthimmel, seine Teamkollegen ließen sich minutenlang von den begeisterten andalusischen Fans feiern. Nach dem 3:2-Erfolg über Dnipro Dnipropetrowsk jubelten die Spanier ausgelassen über die Titelverteidigung und die gleichzeitige Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League.

"Das ist ein sehr besonderer Moment, den wir komplett auskosten", meinte Sevilla-Trainer Unai Emery, dem als ersten Trainer in der sechsjährigen Geschichte der Europa League das Kunststück gelang, den Bewerb zwei Mal in Folge zu gewinnen. "Wenn der Fußball einen schönen Moment liefert, dann muss man ihn ausleben"

In der Königsklasse könnten nun erstmals fünf spanische Clubs in der Gruppenphase spielen, wenn der FC Valencia die Play-offs übersteht. "Dieses Finale zu gewinnen und jetzt in die Champions League einzuziehen - was kann man sich mehr wünschen?", fragte Mittelfeldspieler Ever Banega.

Sensationsteam Dnipro, das auf dem Weg ins Finale unter anderem Ajax Amsterdam und den SSC Napoli eliminiert hatte, traf zwei Mal, war nah dran an der Sensation - und stand am Ende mit leeren Händen da. Mit leerem Blick saßen die Dnjepr-Spieler auf der Ersatzbank. "Sie waren das erfahrenere Team, ich denke, das hat man gesehen", urteilte Trainer Miron Markewitsch.

Im Turnierverlauf war die Defensive die größte Waffe des Teams aus der ukrainischen Frontstadt gewesen, nie ließ sie mehr als zwei Gegentore zu. Ausgerechnet nach dem Finale musste Markewitsch feststellen: "Wir haben zu viele Fehler in der Defensive gemacht."

Nutznießer war Bacca, der die Partie mit seinen beiden Treffern entschied und das dritte Tor auflegte. "Carlos Bacca ist außergewöhnlich. Er ist immer hungrig", lobte Emery seinen 28-jährigen Schützling, der mit einer Kolumbien-Fahne um die Hüfte und einem breiten Grinsen zum Mannschaftsbus eilte. Insgesamt sieben Tore gelangen dem Goalgetter in dieser Europa-League-Saison und damit eines weniger als dem besten Torschützen - dem Ex-Salzburger Alan, der sich den Titel gemeinsam mit Everton-Stürmer Romelu Lukaku teilte.