Erstellt am 18. Mai 2016, 23:16

Sevilla gewann mit 3:1 erneut Europa League. Die Spezialisten des FC Sevilla haben den Erfolgslauf von Liverpool in der Fußball-Europa-League am Mittwoch beendet. Die Spanier holten sich mit einem 3:1-Finalsieg in Basel zum dritten Mal in Serie die Trophäe im zweitwichtigsten Europacup-Bewerb. Dieser Hattrick war zuvor noch keinem Club gelungen.

 |  NOEN, APA (Keystone)

Matchwinner war Kapitän Coke mit einem Doppelpack (64., 70.). Davor hatte Kevin Gameiro (46.) die 1:0-Pausenführung der Engländer durch Daniel Sturridge (35.) ausgeglichen. Liverpool verlor damit auch sein zweites Finale unter Trainer Jürgen Klopp nach jenem im englischen Ligacup. Kommende Saison sind die "Reds" dadurch nicht im Europacup vertreten. Sevilla dagegen darf sich neuerlich über einen Startplatz in der Champions League freuen.

Die Andalusier wahrten ihre makellose Bilanz in Europacup-Endspielen. Bei fünf Antritten holten sie fünfmal die Trophäe. Das Team von Trainer Unai Emery festigte seine Rolle als Rekordgewinner der Europa League. Bereits den Vorgänger-Bewerb UEFA-Cup hatte Sevilla 2006 und 2007 jeweils für sich entschieden. Drei Europacup-Siege in Serie hatte zuletzt Bayern München von 1974 bis 1976 im Meistercup geschafft.

Dabei schien alles angerichtet für Liverpool. Die Fans der "Reds" waren im mit 38.500 Zuschauern ausverkauften St. Jakob-Park klar in der Überzahl. Klopp verzichtete vorerst auf seinen erst am Wochenende von einer Knieverletzung zurückgekehrten Kapitän Jordan Henderson. Sein Team startete dennoch stark. Einen ersten Warnschuss von Emre Can aus 30 Metern parierte Sevillas Ersatzkeeper David Soria.

Bei einem Kopfball von Sturridge rettete Daniel Carrico (11.), in der 35. Minute schlug der englische Teamstürmer aber nach Pass von Philippe Coutinho sehenswert zu. Mit dem linken Außenrist versenkte Sturridge den Ball im rechten Eck. Ein Kopftor von Dejan Lovren zählte nicht, weil Sturridge Soria in Abseitsposition behindert hatte. Sevilla hatte zudem mehrmals Glück. Bei drei Handspielen im eigenen Strafraum hätte es mindestens einen Elfmeter geben müssen.

Liverpool war vor der Pause die bessere Mannschaft, offenbarte danach aber defensive Schwächen. Die in Hälfte eins nur durch einen Gameiro-Rückzieher (32.) gefährlichen Spanier kamen wie ausgewechselt aus der Kabine: Mariano spielte auf der rechten Seite Alberto Moreno schwindlig und Gameiro schoss nur 17 Sekunden nach Wiederbeginn zum 1:1 ein - sein achtes Saisontor in der Europa League.

Gameiro hätte beinahe noch weitere Treffer nachgelegt, Kolo Toure stoppte den enteilten Franzosen aber im letzten Moment (48.). Dieser tauchte auch nach Kopfball-Verlängerung von Steven N'Zonzi völlig alleine vor Simon Mignolet auf, schoss den Liverpool-Keeper aber an (61.). Versäumtes holte drei Minuten später Coke nach, der nach Vitolo-Vorarbeit aus vollem Lauf ins rechte Eck traf.

Liverpool wirkte wie gelähmt, fing sich auch noch das 1:3. Nach einer unglücklichen Aktion der "Reds" fiel Coke im Strafraum der Ball vor der Füße, Mignolet konnte nicht mehr entscheidend eingreifen. Der Schiedsrichterassistent hatte ursprünglich auf Abseits entschieden, da das Spielgerät aber von einem Liverpool-Spieler kam, gab der schwedische Schiedsrichter Jonas Eriksson den Treffer.

Die Engländer fingen sich auch im Finish nicht. Sevilla war dem vierten Tor im Konter sogar näher. Sieben Monate nach der Amtsübernahme von Klopp im Oktober steht Liverpool nach einer emotionalen Saison mit leeren Händen da. Der Deutsche hat inklusive seiner Zeit bei Borussia Dortmund seit jenem im DFB-Cup 2012 fünf Finalspiele in Folge verloren. Liverpool muss weiter auf den ersten Europacupsieg seit der Champions League 2005 warten.