Erstellt am 04. Januar 2015, 10:52

von APA/Red

Shiffrin führt vor Zettel. Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin liegt im Weltcup-Slalom der alpinen Skidamen in Zagreb mit 0,80 Sekunden Vorsprung auf die Niederösterreicherin Kathrin Zettel deutlich in Führung.

Überlegen wie noch nie hat Mikaela Shiffrin ihren elften Weltcupslalom gewonnen. Die US-Weltmeisterin und Olympiasiegerin siegte am Sonntag im Zagreb-Slalom mit 1,68 Sekunden Vorsprung auf die Österreicherin Kathrin Zettel. Sie feierte damit ihren zweiten Sieg in Folge und auch in Zagreb. Dritte wurde mit gewaltigen 2,79 Sek. Rückstand die Norwegerin Nina Löseth.

Shiffrin begann damit das Jahr 2015 so, wie sie 2014 im Kühtai beendet hatte. Nämlich mit einem Sieg. Seit sie ihre Schuh- und Ski-Probleme vom Saisonbeginn im Griff hat, ist die 19-Jährige offenbar stärker denn je.

Piste eisig und rutschig

Schon in Lauf eins deklassierte sie die Verfolgerinnen, obwohl sie mit Startnummer sieben als Letzte der Top-Gruppe ins Rennen gegangen war. Am Ende ließ die Amerikanerin die Konkurrenz, die auf der mit viel Wasser präparierten, eisigen und extrem rutschigen Piste große Probleme hatte, mit zwei klaren Laufbestzeiten alt aussehen.

Am anständigsten zog sich vor 8.000 Zuschauern noch Zettel aus der Affäre. Zwar wurde auch die Niederösterreicherin in beiden Durchgängen von Shiffrin um 0,80 bzw. 0,88 Sekunden abgehängt, damit war Zettel aber noch klar die beste aller "Verfolgerinnen" in einem Rennen, in dem man in Lauf eins mit knapp zweieinhalb Sekunden Rückstand noch in den Top Ten gelegen war.

Hosp schied im ersten Lauf aus

Die Extrem-Bedingungen auf dem Zagreber Hausberg Sljeme trennten die Spreu vom Weizen wie schon lange nicht. "Es war so richtig glatt. Wenn man da nicht ganz den Grip aufbaut, verliert man von Tor zu Tor einige Zehntel und das summiert sich eben", erklärte etwa Nicole Hosp die Verhältnisse.

Der Aspen-Siegerin blieb eine Versöhnung mit Zagreb, wo sie in nun neun Starts über zwei vierte Plätze nicht hinausgekommen ist und sich 2009 schwer am Knie verletzt hatte, auch diesmal verwehrt. Sie schied schon in Lauf eins wie Christina Ager, Eva-Maria Brem und Julia Dygruber aus.

Weil es im Finale auch die Halbzeit-Siebente Michaela Kirchgasser ("Der Rückstand im ersten Lauf war eigentlich überraschend und beschämend") erwischte, kamen aus dem ÖSV-Lager mit Zettel, Carmen Thalmann (10.) und Bernadette Schild (12.) nur drei in die Top-12. Thalmann lag aber nur 15 Hundertstel vor Schild, mit der sie sich um das vierte WM-Ticket duelliert.

"Gleich am Starthang hat man sich ganz schwer derhalten. Danach traut man sich dann nicht mehr so und passt auf, dass man nicht ausrutscht", erklärte Thalmann ihre verhaltene Fahrt. "Ein ganz komisches Eis", beurteilte die Kärntnerin die Piste. Das Duell geht nun mit dem Schild-Heimrennen in Flachau weiter. "Mir geht es zur Zeit nicht so leicht von der Hand", rätselte Schild.

Zettel glücklich über Rang 2

Nach dem Aus von Hosp und Kirchgasser blieb es Zettel vorbehalten, eine heftige Niederlage der ÖSV-Damen zu verhindern. "Ich habe wirklich gekämpft und bin ans Limit gegangen", sagte die Niederösterreicherin, während Siegerin Shiffrin nach ihrem insgesamt 12. Weltcup-Triumph erneut die Krone für die "Snow Queen" aufgesetzt bekam und das ansehnliche Preisgeld von 41.000 Euro kassierte.

Zettel war dennoch happy, auch wenn der große Rückstand schmerzte. "Ich freue mich sehr über den zweiten Platz. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, die Leistung vom Training auch im Rennen umzusetzen. Ich bin überglücklich", sagte sie.

In ihrer eigenen Welt ist wieder Shiffrin angekommen. Die Überlegenheit des Teenagers aus Eagle-Vail war in beiden Durchgängen eklatant wie noch nie. "Es ist unglaublich", jubelte die 19-Jährige, die als erst zweite Skifahrerin nach der Französin Perrine Pelen nun elf Slaloms vor ihrem 20. Geburtstag gewonnen hat.

Und das mit "Shiffrin-Rekord", denn bis Sonntag waren die 1,44 Sek. von Lenzerheide ihre größter Vorsprung gewesen. "Es hat heute so viel Spaß gemacht, der Hang ist großartig", blickte der bis kommenden März noch als Teenager geltende US-Star fest: "Je schwieriger der Hang, umso leichter tu ich mir."

Tina Maze legte im Finale wieder einmal einen Sicherheitslauf hin und wurde Fünfte. Damit führt die Slowenin im Gesamt-Weltcup mit 232 Punkten Vorsprung. Aber nicht mehr auf Anna Fenninger sondern auf die neue Zweite, nämlich Shiffrin. Die ist nun auch im Slalom-Weltcup mit nur noch einem Punkt Rückstand auf Frida Hansdotter Zweite.