Erstellt am 01. März 2015, 16:42

von APA/Red

Hirscher deklassierte die Konkurrenz. Marcel Hirscher hat am Sonntag den Weltcup-Riesentorlauf in Garmisch-Partenkirchen mit dem drittgrößten Vorsprung in der Geschichte dieser Disziplin gewonnen.

Der Salzburger setzte sich nach zweimal Laufbestzeit 3,28 Sekunden vor dem Deutschen Felix Neureuther durch. Dritter wurde - einen Tag nach seinem 37. Geburtstag - der Tiroler Benjamin Raich mit einem Rückstand von 3,44 Sekunden.

Nur Ingemar Stenmark hatte die Konkurrenz in den 1970er Jahren zweimal noch deutlicher distanziert. Für Hirscher war es der 30. Weltcupsieg seiner Karriere, er hält nun bei 14 Erfolgen im Riesentorlauf, 15 im Slalom und einem in einem Parallelbewerb. Zudem war es einen Tag vor seinem 26. Geburtstag sein 70. Podestplatz. Im Gesamtweltcup führt der Kombinations-Weltmeister nun 188 Punkte vor dem Norweger Kjetil Jansrud, der 15. wurde.

"Weiß nicht, warum ich so schnell war"

Den Riesentorlauf-Weltcup hat Hirscher mit 188 Punkten Vorsprung auf Ligety vor den abschließenden beiden Rennen so gut wie sicher. Raich, der am Samstag 37 Jahre alt wurde, jubelte über seinen ersten Stockerlplatz seit 8. März 2014 als Riesentorlauf-Zweiter in Kranjska Gora.

Den Grundstein zum Sieg legte der Annaberger im ersten Durchgang mit einem Wunderlauf, bei dem er schon 1,99 Sekunden Vorsprung auf Raich herausfuhr. Danach schüttelte er ungläubig den Kopf: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe keine Erklärung dafür, ich bin ja ganz normal runtergefahren. Die Zeit ist abartig, Ich verstehe es nicht. Es ist voll schräg, mir fehlen die Worte. "

Auch im zweiten Durchgang war er 0,59 Sekunden vor Tim Jitloff (USA) der Schnellste. "Ich riskiere alles und gewinne alles. Ich weiß nicht, warum ich heute so schnell war. Das Material war abartig gut. Ich glaube, ich kann bei jedem Tor ein, zwei Hundertstel mitnehmen. Es ist voll schräg, abartig und voll geil. Ein Wahnsinn", überschlug sich Hirscher mit Superlativen. "Heute hat für mich alles gepasst."

"Wäre schon gern selbst schneller"

Benjamin Raich machte sich auch ein persönliches Geburtsgeschenk und fuhr einen Tag nach seinem 37. Ehrentag auf Platz drei (+3,44). Es war für den Oldie im ÖSV-Team der erste Podestplatz seit 8. März des Vorjahres, als er Zweiter im Riesentorlauf von Kranjska Gora wurde. Raich sprach nach der Riesenenttäuschung bei der WM in Vail/Beaver Creek von einer großen Genugtuung. "Ich habe gezeigt, dass ich nie locker lasse. Heute habe ich wieder Freude gehabt." Dass der dritte Platz das schönste Geburtstagsgeschenk sei, bestritt der 37-Jährige: "Noch schöner wäre der Sieg gewesen. Aber Marcel war so weit weg, da wäre ich nicht hingekommen. Ich wäre schon gern selbst schneller, aber ich bin begeistert, wie er da runterfährt."

Geschenk vom Skiclub Garmisch gab es für die beiden Geburtstagskinder im ÖSV-Team auch. Hirscher bekam in Anwesenheit von Freundin Laura eine Hundedecke für seinen Cocker Spaniel. Für Raich und seine Freundin Marlies Schild gab es eine Übernachtung im romantischen Iglu-Dorf auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands.

Beide outeten sich jedoch als richtige Geburtstagsmuffel. "Seit 20 Jahren verbringe ich den Geburtstag auf Skipisten, da kann man es nicht groß krachen lassen", erklärte Hirscher und Raich bekannte, er habe seine Mama und Marlies ausgebremst: "Sie wollten einen Kuchen backen. Ich habe aber gesagt, ich fahre in der Früh nach Garmisch, gefahren bin ich dann aber erst am Nachmittag."

"Schadensbegrenzung" bei Schörghofer

Philipp Schörghofer wurde letztlich 16. "Das war Schadensbegrenzung", kommentierte der Salzburger, "im ersten Lauf bin ich ja fast schon draußen gelegen." Christoph Nösig schaffte als 27. noch Weltcuppunkte. Roland Leitinger, Vincent Kriechmayr, Christopher Neumayer und Marcel Mathis schafften nicht den Sprung in den zweiten Lauf.

In Garmisch-Partenkirchen stehen am nächsten Wochenende eine Damen-Abfahrt und ein Super-G auf dem Programm. Die Idee, den in Bansko abgesagten Super-G am Freitag auf der Kandahar nachzutragen, wurde aus finanziellen Gründen ad acta gelegt.