Erstellt am 19. März 2015, 14:32

von APA/Red

Vonn mit Sieg zu Super-G-Weltcup. Das hochklassige Finalduell zwischen Anna Fenninger und Tina Maze hat auch im Super-G am Donnerstag beim alpinen Ski-Weltcup-Finale in Meribel seine Fortsetzung gefunden.

Der Tagessieg ging aber wie in der Abfahrt an Lindsey Vonn, die sich damit auch die kleine Kristallkugel und zum fünften Mal in der Karriere das Speed-Double sicherte. Fenninger lag als Zweite 0,49 zurück, Maze als Dritte 0,80.

"Habe alles riskiert und alles zurückbekommen"

Titelverteidigerin Fenninger baute damit den Vorsprung im Gesamtweltcup zwei Rennen vor Schluss auf 32 Zähler aus, die Slowenin Maze hat aber den Vorteil auf ihrer Seite, auch im Slalom zu den Sieganwärterinnen zu zählen. Die im Gesamtweltcup aktuell drittplatzierte Vonn jubelte über ihre 19. Kristallkugel, sie hält nun bei vier großen und 15 kleinen. Zum übrigens dritten Mal in Folge standen diese drei Rennläuferinnen auf dem Weltcup-Super-G-Podest, für Vonn war es der vierte Super-G-Saisonsieg, der 24. insgesamt.

Fenninger hatte mit Startnummer 15 vorgelegt, Vonn brauchte bei nur acht Zählern Vorsprung in der Disziplinwertung einen Sieg für den Kugelgewinn. "Ich habe alles riskiert und alles zurückbekommen. Ich denke, ich bin stärker, wenn ich weiß, ich muss stärker sein. Nächstes Jahr ist die Vorbereitung hoffentlich besser. Und nächstes Jahr ist die große Kristallkugel mein Ziel", sagte die US-Amerikanerin, die nun bei 67 Weltcupsiegen hält.

Sehr nahe an ihrem ersten Speedkristall dran war Super-G-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Fenninger. "Kurz habe ich gehofft, dass es reicht. Als Lindsey bei der zweiten Zwischenzeit vorne war, wusste ich, dass es sich für mich nicht ausgeht. Denn unten runter war ich zu spitz und hatte zu wenig Speed mitgenommen. Ich wusste, das wird sie machen. Und es war dann doch sehr deutlich", sagte die 25-Jährige.

"Eine Speedkugel ist ein großes Ziel für mich"

Die erste Enttäuschung hatte sie schnell weggesteckt. "Ich muss das respektieren, Lindsey war besser. Mein Trost ist, dass ich Weltmeisterin geworden bin. Das war mehr ein auf mich zugeschnittener Kurs, heute mehr für sie. Das ist so im Leben. Natürlich ist eine Speedkugel ein großes Ziel für mich, ich bin jetzt schon sehr oft sehr knapp dran gewesen."

Was den Gesamtweltcup betrifft, sieht sie den Vorteil nicht auf ihrer Seite. "Ich bin zwar jetzt vorne, aber ich habe sicher keinen Vorteil. Tina ist im Slalom eine Siegfahrerin, ich bin es nicht. Es kommt sicher drauf an, was sie macht. Ich muss auf ihre Schwächen hoffen. Wenn sie gut drauf ist, kann sie auch im Riesentorlauf gewinnen. Was im Slalom passiert, kann ich schwer beeinflussen. Wenn ich fahre, muss ich hoffen, dass ich irgendwie Punkte machen", hat Fenninger noch keine Entscheidung über ein Antreten im Slalom am Samstag gefällt. Der Riesentorlauf folgt dann Sonntag.

Beeindruckt vom Level des Duells zeigte sich auch ÖSV-Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum: "Wahnsinn! Unglaublich, was sich da abspielt. Auch Maze, wie die kämpft, sie gibt nicht nach. Sie versucht auch noch einmal, dass sie das Letzte rausholt. Anna ist heute einen super Lauf gefahren, ganz beherzt. Vonn war wieder ein bisserl schneller, das muss man neidlos anerkennen." Er glaubt an eine Entscheidung im Riesentorlauf: "Letztendlich wird es Anna da selbst in der Hand haben. Aber die Chancen sind nach wie vor für beide da."