Erstellt am 07. Oktober 2016, 22:01

Veith entscheidet am Tag vor Sölden über Antreten. Anna Veith wird erst knapp vor dem Weltcup-Auftaktrennen in Sölden (22.10.) über ein Antreten im Riesentorlauf entscheiden.

Anna Veith vom Laufsteg zum Training  |  APA

"Ich brauche noch mehr Umfang, ich brauche Skibelastung. Ich muss mich noch steigern. Einen Tag vor Sölden werde ich dann wirklich in mich reinhören, ob ich bereit oder nicht bereit bin", sagte die Salzburger Skirennläuferin am Freitag in Salzburg.

Noch unter ihrem Mädchennamen Fenninger hatte sich die zweifache Gesamtweltcupsiegerin am 21. Oktober 2015 bei einem Trainingssturz auf dem Rettenbachferner im rechten Knie das vordere Kreuzband, das rechte Seitenband, den Innen- und Außenmeniskus sowie die Patellarsehne gerissen. Mitte Juni stand sie auf dem Mölltaler Gletscher erstmals wieder auf Skiern.

Sie fühle sich sehr wohl auf Schnee, aber zum Rennfahren gehöre mehr dazu. Wer nicht so den Einblick habe, könne denken, dass sie eh schon wieder gut fahre. Sie sei aber bis jetzt hauptsächlich Riesentorlauf gefahren. Im Super-G und Abfahrt sei sie noch ganz weit weg.

Prinzipiell gehe es dem Knie gut, bescheinigte die 27-Jährige. "Von der Heilung her schaut so aus, wie es ausschauen soll. Die Bänder sind stabil und belastbar. Jetzt muss ich die Belastbarkeit meines Knies trainieren. Ich muss die hohen Belastungen wieder gewohnt werden", sagte Veith.

Von der Belastung her sei sie noch sehr weit von dem entfernt, wo sie vorher gewesen sei. "Das ist meine Herausforderung. Ich fahre derzeit weniger als die Hälfte von davor", erläuterte Veith. Wie viel gehe, komme auf die Bedingungen, die Steilheit der Pisten und auf ihre Tagesverfassung an. "Das Knie reagiert nach dem Trainieren, ich merke sofort, wenn es reicht. Es ist eine Müdigkeit da, die normal ist. Das ist für mich eine neue Erfahrung, weil ich noch nie eine so schwere Verletzung hatte."

Skifahren mache extrem viel Spaß, aber der Körper bestimme die Vorgangsweise. "Ich lerne mich besser kennen, ich lerne gerade sehr viel dazu. Sportlich gesehen, war das (der Sturz) ein Riesenriesenrückschlag, aber man sagt nicht umsonst, man lernt aus den Niederlagen mehr als aus Erfolgen. Ich befasse mich mehr damit, was ich brauche. Nicht nur beim Skifahren, sondern generell."

An erster Stelle sei für sie das Gesundwerden gestanden. "Die Medaillen und Kugeln sind kein Grund, dass ich es noch einmal tun muss. Ich bin zwar schon ziemlich fit, aber das Gefühl eines schnellen Schwunges ist so besonders, daran arbeite ich. Bei jeder Steilheit, jedem Schneeverhältnis. Dafür lohnt es sich zu arbeiten." Und wenn man das habe, komme das Siegen auch wieder. "Aber das ist später. Zuerst kommt die Perfektion des Sportes."