Erstellt am 09. Februar 2015, 05:00

von APA/Red

Damen-Kombination oder "alle gegen Tina Maze". In keinem Damenrennen der WM in Vail/Beaver Creek gibt es eine so klare Favoritin wie in der Alpinen Kombination.

Tina Maze gilt ohne Fehler als nahezu unschlagbar, die dritte Medaille sollte für die Slowenin abholbereit sein. Im Kampf um Edelmetall schickt Österreich mit Anna Fenninger und Kathrin Zettel zwei Ex-Weltmeisterinnen an den Start, zuletzt stärkste ÖSV-Dame war aber Nicole Hosp.

Weniger als 40 Läuferinnen nehmen teil

Die Tirolerin ist in diesem vielfach ungeliebten Bewerb, an dem am Montag (18.00 Uhr MEZ Abfahrt/22.15 Uhr Slalom) deutlich weniger als 40 Läuferinnen teilnehmen, Dauergast auf dem Podest. Nur ihren zweiten Kombi-Sieg nach Tarvisio 2007 jagt Hosp seit acht Jahren vergeblich.

Die WM-Dritte von Schladming - damals hinter der danach zurückgetreten Maria Höfl-Riesch sowie Maze - und Olympia-Zweite von Sotschi hinter der Deutschen Maria Höfl-Riesch hat diesen Winter mit dem Slalomsieg in Aspen aber schon einmal eine lange Durststrecke beendet.

"Ich hoffe, ich gehöre zu den Co-Favoritinnen", sagte Hosp, die neben ihren Teamkolleginnen, Lara Gut (SUI), der Kanadierin Marie-Michelle Gagnon (Gewinnerin der letzten Kombi in Zauchensee) sowie den Amerikanerinnen Julia Mancuso und Lindsey Vonn zu den ersten Maze-Jägerinnen zählt.

Vonn ist die einzige, die mehr (12) Weltcup-Podestplätze in der Kombi zu Buche stehen hat als die Österreicherin (7). Der letzte geschah aber schon vor drei Jahren und damit vor ihrer großen Verletzung. Vonn weiß, dass sie ein "Wunder" braucht, um zu Hause Edelmetall zu holen.

Hosp: "Tina gilt es zu schlagen"

"Tina kann beides extrem gut, sie gilt es zu schlagen", ist auch Hosp überzeugt. "Auf der Abfahrt ist sie hier eine Granate, Slalom fahren kann sie auch sehr gut. Es wird schwierig, sie zu schlagen", ist der Tirolerin klar. "Es gilt, in der Abfahrt nicht zu viel Rückstand aufzureißen und im Slalom voll zu attackieren." Für Hosp ist die Kombi "sehr umstritten aber auch schwierig", die Teilnehmerinnen eine "aussterbende Rasse".

Fenninger gönnte sich nach ihren beiden Speed-Medaillen etwas Ruhe. Ein neuerliches Treffen auf dem Podest mit ihrer "Freundin" Maze ist das hohe Ziel. "Tina kann sich eigentlich nur selbst schlagen. Kommt sie fehlerfrei runter wie in der Abfahrt, geht es nur noch um Silber und Bronze", ist Fenninger überzeugt. "Ich hingegen kann meine Chancen überhaupt nicht einschätzen", sagte die Salzburgerin. "Was ich im Slalom trainiert habe, war gut, aber wenig."

Die 25-jährige Salzburgerin wirft sich aber auch mit dem Selbstbewusstsein einer Ex-Weltmeisterin in den Bewerb. "Ich weiß, dass ich mal ganz gut Slalom gefahren bin, vielleicht kann ich das abrufen. Und es hat diesen Tag schon mal in Garmisch gegeben. Also warum nicht wieder?"

Fenninger hat eine hohe Meinung von der Kombination. "Sie krönt sicher den besten Skifahrer, weil man alles können muss. Der Stellenwert ist aber leider nicht sehr groß." Eines sei aber klar: "Im Riesentorlauf ist eine Medaille für mich realistischer."

Kathrin Zettel hat 2009 in der Kombi ihr bisher einziges WM-Gold geholt. 2013 in Schladming hatte die Niederösterreicherin auf eine Teilnahme gepfiffen, diesmal ist sie wieder fit und mit Begeisterung dabei. "Ich komme beim Ski zusammengeben zwar nicht einmal bis zur oberen Klette, es macht aber Riesenspaß", sagte die Technik-Spezialistin nach den Abfahrts-Trainings.

Kirchgasser: "Mir taugt die Abfahrt"

Auch für Zettel gibt es an der Favoritenrolle Mazes wenig zu rütteln. "Eigentlich darfst auf sie in der Abfahrt gar keinen Rückstand haben. Sie ist auch im Slalom so stark, dass sie ohne Fehler unbiegbar ist."

Kämpferisch gab sich Michaela Kirchgasser. "Ich würde nicht sagen, dass es nur um Silber und Bronze geht. Mir taugt die Abfahrt, und ich stehe derzeit lässig am Ski, es kann immer alles passieren", sagte die Slalom-Vizeweltmeisterin von 2013, die vor einem Jahr in Zauchensee Zweite hinter Gagnon geworden war. "Unser Zimmer hat sicher noch Platz für Medaillen", meinte die Zimmerkollegin von Fenninger.

Maze selbst hörte sich all die Spekulation mit einem Schmunzeln an. Sie weiß, dass sie am Montag die erste slowenische Kombi-Weltmeisterin werden sollte, geht alles normal über die Bühne. Sie ist neben Vonn die einzige, die schon in allen fünf Disziplinen Weltcupsiege gefeiert hat.

Von Mazes 26 Siegen sind je vier in Abfahrten und Slaloms sowie drei in Kombis passiert. Alles andere als Medaille Nummer 13 für die Slowenin wäre am Montag eine Überraschung. Die 31-jährige hat aber nur ein Ziel. Nach Silber in Garmisch hinter Fenninger und 2013 hinter Höfl-Riesch will sie in "ihrem" Bewerb endlich auch WM-Gold.