Erstellt am 16. Februar 2015, 10:01

von APA/Red

Falun zum 4. Mal WM-Stadt. Die nordischen Skisportler des ÖSV sollen die durch die Alpinen in den USA erzeugte positive Stimmung zu ihren Titelkämpfen mitnehmen.

"Wir sind ja ein Verband, wir gehören alle zusammen", sagte ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel. "Ich glaube schon, dass sich das positiv auswirkt." Falun ist ab Mittwoch zum vierten Mal WM-Schauplatz, ÖSV-Springer und Kombinierer greifen in Schweden nach Edelmetall.

"Zwischen drei und fünf Medaillen durchaus realistisch"

Insgesamt 21 Bewerbe werden bei den 50. Titelkämpfen der Nordischen ausgetragen, für die Schweden stehen die Langlaufrennen im Mittelpunkt. Die Medaillenhoffnungen der Österreicher konzentrieren sich hingegen auf Skispringen (5 Entscheidungen) und Nordische Kombination (4). "Zwischen drei und fünf Medaillen sind durchaus realistisch, wir sind insgesamt relativ gut aufgestellt", meinte Schröcksnadel während der Alpin-WM. Der Präsident will für zwei oder drei Tage nach Schweden reisen, wann genau das sein wird, wollte er erst später entscheiden.

Schon am ersten Wochenende wird es heiß hergehen, wenn auf der Normalschanze die Entscheidungen der Damen (Freitag) und Herren (Samstag) im Skispringen und in der Kombination (Freitag) anstehen, am Sonntag wird Edelmetall in den Teambewerben in der Kombination und im Mixed-Springen vergeben.

Rund 200.000 Zuschauer erwartet

Rund 200.000 Zuschauer sollen für ein Skifest ähnlich jenem in Oslo 2011 sorgen. Die Titelkämpfe am Holmenkollen vor vier Jahren stehen in der ÖSV-Erfolgsbilanz ganz oben. Siebenmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze sind wohl nie mehr überbietbar. Das 24-köpfige ÖSV-Aufgebot in Falun darf man eher an der Bilanz vom Val di Fiemme 2013 messen, die auf einmal Gold (im Springer-Teambewerb), fünfmal Silber und einmal Bronze gelautet hatte.

Nach österreichischen "Nullnummern" 1954 und 1974 in Falun hatte es 1993 einmal Silber und zweimal Bronze gegeben. Drei der daran Beteiligten sind auch diesmal in Mittelschweden dabei. Der dreifache Medaillengewinner Andreas Goldberger als ORF-Co-Kommentator, Heinz Kuttin als Cheftrainer und Ernst Vettori (beide mit Team-Bronze) als Sportlicher Leiter der Springer und Kombinierer.

Österreichisches Springer-Trio für Medaillen gut

Vettori würde sich freuen, wenn es in jeder seiner drei Sparten - Springen der Damen und Herren sowie Nordische Kombination - eine Medaille gäbe. "Das ist nicht selbstverständlich, weil viele Nationen und Einzelsportler sehr gute Qualität haben", erklärte der Olympiasieger von 1992. "Für unsere Athleten würde ich mir wünschen, dass auch Gold dabei ist."

Das Springer-Trio Stefan Kraft, Michael Hayböck und Gregor Schlierenzauer - er ist mit sechsmal Gold und dreimal Silber der erfolgreichste aktive Nordische im ÖSV - ist einzeln und in den Teams (Herren und Mixed) für Medaillen gut. Bei den Damen gilt die Ex-Weltmeisterin, Olympia-Zweite und Weltcup-Führende Daniela Iraschko-Stolz als Mitfavoritin. Die 31-Jährige führt das "zarte, aber bärenstarke Damen-Team" (Vettori) von Cheftrainer Andreas Felder an.

In der Kombination stellt der ÖSV in Bernhard Gruber und Lukas Klapfer zwei Saisonsieger. "Die Kombinierer haben eine Qualität, die Chancen auf Medaillen eröffnet. Wir sind nicht die Favoriten, aber wir haben Selbstvertrauen", urteilte Vettori.

Erwartungen im Langlauf niedriger

Im Langlauf sind die Erwartungen niedriger anzusetzen, Teresa Stadlober und Bernhard Tritscher sind die Aushängeschilder. "Sie haben Top-Ten-Ergebnisse erreicht, so etwas kann man ihnen durchaus auch bei der WM zutrauen, und das wird auch das Ziel sein", meinte Langlaufchef Markus Gandler.

Tritscher, dem Olympia-Siebenten im Sprint, sei mittlerweile auch in den Distanzrennen der Vorstoß unter die besten 20 zuzutrauen, glaubt Gandler. Im Teamsprint der Herren, der im Gegensatz zum Einzelsprint in der vom Salzburger bevorzugten Skating-Technik gelaufen wird, hält Gandler den Finaleinzug für möglich.

Die insgesamt drei Damen und fünf Herren sind durchwegs jung und gelten als Hoffnungen für die Heim-WM 2019 in Seefeld. Gandler weiß aber, dass man Geduld haben muss. "Wir müssen bescheiden bleiben. Wir haben ein paar Junge, auf die müssen wir setzen und schauen, dass wir weitere bis zur Heim-WM nachbringen."