Erstellt am 08. Februar 2015, 21:31

von APA/Red

Hirscher vor Kombi-Slalom in Lauerstellung. Bei der Ski-WM in Vail/Beaver Creek zeichnet sich eine spannende Entscheidung in der Herren-Kombination ab.

Abfahrts-Bestzeit erzielte der Norweger Kjetil Jansrud 0,09 Sek. vor dem Schweizer Beat Feuz, Romed Baumann war vor Matthias Mayer und Carlo Janka (SUI) Vierter. Marcel Hirscher hat vor dem Slalom 3,16 Sek. Rückstand auf Jansrud, geht aber mit Nummer eins in die Entscheidung.

Die mit einer vollen Abfahrt und einem ebenfalls langen Slalom entschiedene Alpine Kombination lief bei strahlendem Sonnenschein auf der "Raubvogelpiste" nach dem ersten Teil auf einen Kampf zweier Gruppen hinaus. Die Technik-Spezialisten wie Hirscher, Alexis Pinturault, Ivica Kostelic oder US-Titelverteidiger Ted Ligety hatten zwischen 2,7 und 3,2 Sekunden Rückstand auf Jansrud, der wiederum die Gruppe der starken Speed-Fahrer anführte.

Der Vorteil der Slalom-Asse ist, dass sie wegen der gekippter Startreihenfolge (Top-30) ab 22.15 MEZ gute Startnummer haben. Allerdings war davon auszugehen, dass der Schweizer Coach Jörg Roten alleine wegen Feuz wie schon in Kitzbühel einen eher flüssigen Slalom in das kupierte Gelände setzt.

Bank stürzte und rammte das Tor

Hirscher war zwar nur Abfahrts-31., rutschte durch die Disqualifikation des Tschechen Ondrej Bank aber wieder auf den 30. Platz nach vor und sicherte sich damit Nummer eins im Slalom. Der Tscheche hatte für den Schock des Tages gesorgt. Bei der Anfahrt zum Zielsprung verschnitt der 34-Jährige, verlor einen Ski und rammte das Tor.

Mit nur einem Ski an den Beinen flog Bank mit 110 km/h über die Kante hinaus und schlug so schwer auf, dass er bewusstlos über die Ziellinie rutschte. Nach langer Behandlung wurde Bank abtransportiert, die erste Entwarnung kam aber bald. Er könne die Beine bewegen, meldete Bank, der auch eine Schnittwunde im Gesicht erlitten hatte, vor den genaueren Tests aus dem Vail Medical Center.

Davor hatte sich der schon mit Nummer neun fahrende Hirscher über eine tolle Abfahrtsleistung gefreut. Nur 3,16 Sekunden verlor der Slalom-Weltmeister aus Salzburg nach einer beherzten Fahrt auf Jansrud, auf seinen unmittelbaren Konkurrenten Pinturault aber nur 0,42. Ivica Kostelic (CRO) oder Titelverteidiger Ted Ligety (USA) lagen nur einen Hauch vor dem im Speed unerfahrenen Österreicher.

"Genial, das war eine brutale Steigerung", freute sich Hirscher über seine starke Abfahrtsleistung. Überraschend war vor allem, dass der Salzburger im oberen Gleitteil voll dabei gewesen war. "Das zeigt, was der Edi heute für ein gescheites Gerät hergezaubert hat", gab es Lob für Servicemann Unterberger. "Wenn ich als Nicht-Gleiter oben raus voll mitfahren kann, zeigt das, wie schnell das Zeug läuft", sagte Hirscher. "Mehr kann ich in der Abfahrt wirklich nicht rausholen."

Baumann bester Österreicher

Als Einziger der Kombi-Mitfavoriten schied der Franzose Victor Muffat-Jeandet aus. Baumann war bester Österreicher, obwohl er im Finish viel Zeit liegen hatte lassen. Trotzdem betrug sein Rückstand auf Jansrud nur 0,69 Sekunden. "Dort haben in der Spezialabfahrt viele eine Klatsch'n bekommen, ich wollte es besser machen, das ging daneben", bedauerte Baumann. "Die sieben Zehntel hätte ich gerne mitgenommen."

Wie Mayer könnte aber auch Baumann von einem nicht zu schwierigen Slalom profitieren. "Ich denke, er wird keinen Spezialslalom setzen, ich sollte also dabei sein", hoffte der Tiroler. "Ich habe am Samstag mit Marcel und den Schweden Slalom trainiert und eine gute Vorstellung gehabt."

Mayer meinte: "Die Fahrt war ganz gut, bei der Einfahrt Steilhang war ich aber zu spitz und musste quer stellen." Der Kärntner ging unbelastet in den Slalom: "Entweder geht es gut wie in Wengen, es kann aber auch voll in die Hose gehen."