Erstellt am 08. Februar 2015, 08:46

von APA/Red

Hosp Dritte, Zettel startet am Montag. Im letzten Abfahrts-Training für die Alpine Kombination der Damen bei der WM in Beaver Creek ist Nicole Hosp am Samstag hinter Lara Gut (SUI) und Laurenne Ross (USA) gute Dritte geworden. Kathrin Zettel hielt ihren Rückstand erstmals in Grenzen und wurde danach als vierte ÖSV-Dame neben Hosp, Anna Fenninger und Michaela Kirchgasser für den dritten WM-Bewerb der Damen am Montag nominiert.

Nur 23 Damen beteiligten sich an der letzten Übungseinheit auf der "Raptor". Neben Fenninger und Elisabeth Görgl ließen u.a. auch Lindsey Vonn und Topfavoritin Tina Maze wie angekündigt aus. Zettel ließ bei der Fahrt auf Platz neun (+1,32 Sek) zwar ein Tor aus, verlor dadurch aber eher Zeit, als dass sie abgekürzt hätte.

"Im ersten Training bin ich bei dieser Dreierkurve noch ganz unten gestanden. Diesmal bin ich innen vorbei gefahren", erzählte die Kombi-Weltmeisterin von 2009. "Das hat mich amüsiert, denn das muss man erst einmal schaffen", gab sich Zettel aber gut gelaunt. Ihr Plan: "Am Montag muss ich dort das Mittel finden, dann passt es."

Insgesamt hat auch die Technik-Spezialistin aus Göstling bereits ein ausreichend gutes Gefühl für die schwierige und steile Abfahrt. "Lässig die ganzen Kurven. Es war schon um einiges leichter und selbstverständlicher. Und auch der Respekt ist nicht mehr so groß."

"Maze kann auch Slalom gewinnen"

Maze ist klare Favoritin für den aus Abfahrt und Slalom bestehenden Bewerb. Die Slowenin ist am Freitag hier Abfahrtsweltmeisterin geworden und kann auch den Slalom gewinnen. "Tina hat zwei Medaillen im Gepäck und auf der Abfahrt ist sie sowieso eine Granate", ist auch Hosp bewusst.

Die Tirolerin hatte ihren Ärger über die verloren Abfahrts-Qualifikation mit Spazierengehen verarbeitet. Jetzt fühlt sie sich wieder bereit. "Ich hoffe, ich gehöre zu den Co-Favoritinnen", sagte die Bichlbacherin, die in diesem Winter in Aspen schon einen Slalom gewonnen hat und neben Maze zu den nur noch ganz wenigen wirklich Allrounderinnen im Damenzirkus gehört. "Das Training heute war nicht so stressig, weil nur wenige am Start waren. Aber es war wichtig, um ein Gefühl zu bekommen und die richtige Linie zu finden."

Das Sonntag-Training wurde nach der gelungenen Samstag-Einheit wie angekündigt gestrichen. Traurig war darüber niemand. "Wenn man zu oft fährt wird man eh nur langsamer und müde", zitierte Kirchgasser den Ratschlag ihrer Zimmerkollegin Fenninger.

Kirchgasser im Hinblick auf  Abfahrts-Sieg zuversichtlich

Auch die Salzburgerin Kirchgasser ist überzeugt, dass Maze "nur ziemlich schwer zu biegen sein wird". Die Slalom-Vizeweltmeisterin von 2013 gab sich aber kämpferisch. "Ich würde nicht sagen, dass es nur um Silber und Bronze geht. Mir taugt die Abfahrt und ich stehe derzeit lässig am Ski, es kann immer alles passieren."

Sie habe sich die Videos von Super-G-Weltmeisterin Fenninger ganz genau angesehen. "Sie hat es doch sehr gut erwischt hier. Unser Zimmer hat sicher noch Platz für Medaillen", sagte Kirchgasser lachend.

Das ändert aber an der überragenden Favoritenrolle Mazes wenig. "Eigentlich darfst auf sie in der Abfahrt gar keinen Rückstand haben", meinte Zettel. "Sie ist auch im Slalom so stark, dass sie ohne Fehler unbiegbar ist."