Erstellt am 08. Mai 2015, 20:41

von Wolfgang Wallner

St. Pölten jubelt über Goldtor gegen Liefering. Fallmann-Elf gelingt Befreiungsschlag. Mit viel Kampfgeist und einem Eigentor des Spitzenreiters verschafft sich der SKN Luft im Kampf um den Klassenerhalt.

 |  NOEN, Wolfgang Wallner

Kräftig umgerührt hat SKN-Trainer Jochen Fallmann vor dem Spiel gegen den Spitzenreiter. Der „Leitwolf“ setzte auf ein 4-1-3-2-System – mit David Parada, der sich rechtzeitig zum Match fit gemeldet hat. Und mit der Doppelspitze Daniel Segovia und Manuel Hartl. „Wir wollen uns nicht verstecken“, versicherte der Trainer. Er sollte Recht behalten. Bereits in Minute sechs wurde es brenzlig, als Segovia für Ambichl auf der rechten Seite abscherzelte – sein Abschluss fiel zu harmlos aus.

Segovia hat Hunderter am Fuß

Die Gäste aus Salzburg taten sich schwer: Spielerisch zwar top, aber mit Mühe die SKN-Formation zu knacken. So boten sich immer wieder Möglichkeiten für Tempo-Gegenstöße. Lukas Guggangig blockte einen Dober-Schuss von der Seite ab (15.). Dann probierte es Patrick Schagerl nach Hartl-Zuspiel aus dem Rückraum – Keeper Lawrence Ati-Zigi parierte, die Gelegenheit zum Nachschuss ließ der neuerlich unsichere Wisio aus (18.). Eine Minute später stand wieder Ati-Zigi im Brennpunkt: Er rettete bärenstark bei einer Super-Konterchance von Segovia.

Hartl startet mit Konterkracher

Liefering tastet sich langsam Richtung Tor vor. Xaver Schlagers Fernschuss zischte über’s Kreuzeck (34.), nach tollem Atanga-Lochpass rettete Keeper Christoph Riegler vor dem heranstürmenden Pires (36.). Wenn’s über die Außenbahnen ging, blieb der SKN gefährlich – wie etwa bei einer Parada-Flanke, die Lieferings Schlussman vom Kopf das TOReros faustete. Und ähnlich ging’s in Hälfte zwei weiter. Mit einer SKN-Chance nämlich: Manuel Hartl hatte über rechts Platz, zog auf’s Tor. Doch der Abschluss! Die Kugel rollte am kurzen Eck vorbei.

St. Pöltner Jubeltraube nach Corner

Eine Dober-Flanke aus dem Halbfeld, landete erst am Kopf von Segovia, aber auch deutlich neben dem Gehäuse (51.). Es blieb dabei: Mit hohen und langen Bällen war der Leader verwundbar. Liefering blieb trotz allem gefährlich. Bei einem Freistoß von Lukas Gugganig musste sich Goalie Riegler ganz lang machen, um das Leder aus dem Kreuzeck zu fischen (54.). Beim SKN spürte man das Feuer. Doch neuerlich fehlte das Abschlussglück, als Segovia einen Schagerl-Corner über’s Gebälk köpfelte (60.). Dann endlich die Erlösung – wieder Corner für den SKN, Tomasz Wisio köpfelte, Wiesinger bugsierte den Ball ins eigene Tor.

SKN-Schock bei Abseitstor

Liefering griff nun mit Mann und Maus an. Und den Landeshauptstädter gelang’s nicht, den Sack zuzumachen. Di e Chance wäre da gewesen bei einem Hartl-Kopfball (73.). Zwei Minuten später blieb den St. Pöltner Fans der Herz stehen. Pires drückte nach einem Stanglpass des eingewechselten Adjej ein – der Schiri entschied auf Abseits. Im Gegenzug spielte Segovia den Ball in den Raum, Stec startete über rechts, flanke stark – doch Hartls Direktübernahme ging drüber.

Zwei Ausschlüsse gegen Liefering

Das Spiel blieb weiter auf Messer’s Schneide. Bei einem Adjej-Kopfball nach einer weiten Flanke von rechts etwa, der nicht gerade zu mehr Sicherheit in der SKN-Hintermannschaft beitrug. Fünf Minuten Nachspielzeit kündigte der Schiri an. Auch gegen zehn Lieferinger (David Guggangig hatte in der 83. Minute Gelb-Rot gesehen) kein Zuckerschlecken. Dann waren’s nur mehr neun – weil Lukas Guggangig nach rüdem Einsteigen seinem Bruder unter die Dusche folgte. Standing Ovations für die Wölfe, die sich diese drei Punkte erkämpft haben.


Stimmen zum Spiel

St. Pöltens Trainer Jochen Fallmann: „Das war ein Sieg des Willens. Man hat in jeder Aktion die Leidenschaft gespürt. Endlich sind wir belohnt worden für den Aufwand, den wir betreiben. Jetzt müssen wir gegen den FAC den nächsten Schritt machen.
 
Liefering-Coach Peter Zeidler:
„St. Pölten war kämpferisch unheimlich stark, so hab ich sie lange nicht gesehen. Für uns war das eine unglückliche Niederlage. Zum einen ist der entscheidende Treffer aus einem Eigentor gefallen, zum anderen wurde ein vermutlich regulärer Treffer für uns nicht gegeben.“
 
SKN-Spieler Michael Ambichl:
„Der Sieg ist natürlich super, unheimlich wichtig für uns. Aber nun müssen wir am Dienstag gegen den FAC nachlegen.“
 


SKN St. Pölten – FC Liefering

Torfolge: 1:0 (64., Eigentor) Wiesinger.
Gelb-Rot: (83., Foul) D. Gugganig.
Rot: (92., Foul) L. Gugganig.
Gelbe Karten: (87., Foul) Fucik;  (36., Foul) Rasner, (41., Foul) Brandner, (45., Foul) D. Gugganig, (69., Unsportlichkeit) Wiesinger.
St. Pölten: Riegler; Dober, Huber, Wisio, Holzmann; Parada (80. Brandl); Stec (77. Fucik), Ambichl, Schagerl; Hartl (93. Ebenhofer), Segovia.
Liefering: Ati-Zigi; Wiesinger, L. Gugganig, D. Gugganig, Joppich; Brandner; Rasner (86. Da Silva), Atanga, Schlager (86. Höfler), Heinicker (72. Adjej); Pires.
SR: Ciochirca.- NV-Arena, 1.680 Zuschauer.

>> Hier geht es zur aktuellen Tabelle der Sky Go Erste Liga!