Erstellt am 22. Januar 2015, 21:11

von APA/Red

Ladner Sechster im Ski-Halfpipe-Finale. Der 16-jährige Marco Ladner hat bei der Heim-WM am Kreischberg mehr als eine Talentprobe abgelegt. Der Tiroler behielt auch im Ski-Halfpipe-Finale die Nerven und fuhr mit 72,40 Punkten einen sechsten Platz nach Hause.

"Er hat eine große Zukunft vor sich", war auch Christian Rijavec, der Sportliche Leiter im ÖSV für Ski-Freestyle, von der Leistung des Team-Babys angetan.Die Goldmedaille ging bei den Herren an den 23-jährigen US-Amerikaner Kyle Smaine (88,00), der sich vor dem Franzosen Joffrey Pollet-Villard (86,60) und dem Schweizer Yannic Lerjen (82,40) durchsetzte. Bei den Damen gab es gleich zweimal Edelmetall für die Eidgenossen, Virginie Faivre holte Gold und Mirjam Jäger Bronze. Silber ging an die Kanadierin Cassie Sharpe.

Mit Finale hat niemand gerechnet

Ladner, der vor einem Jahr in Sotschi zum jüngten Olympiateilnehmer im Ski-Freestyle avanciert war (Platz 19), verpatzte im Flutlichtbewerb vor großer Zuschauerkulisse den ersten Lauf, katapultierte sich aber mit dem zweiten Run an die sechste Stelle, im dritten erhöhte er sein Score noch einmal auf 72,40.

"Es hat alles super geklappt, zwar nicht so gut wie in der Quali, aber es hat trotzdem hingehaut. Im ersten Run, als ich gleich schlecht gelandet bin, war ich natürlich traurig. Im zweiten Run war die Nervösität dann weg. Es hat voll Spaß gemacht. Mir macht Skifahren so viel Spaß", sagte Ladner. "Ich bin mehr als happy, ich hätte mir nie gedacht, dass ich ins Finale komme. Ich werde jetzt gleich viel weitertrainieren, damit ich das nächste Mal wieder ins Finale fahre."

Aber zuerst wird gefeiert, viele Freunde sind an den Kreischberg gekommen. "Ich hoffe, es sind auch ein paar Mädels da", meinte der Teenager und lachte.

Ladner hat Erwartungen übertroffen

Anders als im Slopestyle, wo man sich einen Finaleinzug erwartet hatte (4. Viktor Moosmann, 7. Luca Tribondeau), wurde Rijavec von der Leistung Ladners überrascht: "Ich bin absolut zufrieden. Wenn man bedenkt, dass wir ohne Erwartungen hieher gekommen sind. In der Halfpipe haben wir uns gedacht, da geht es um eine solide Teilnahme und eine Platzierung im Mittelfeld", sagte er.

Ladner habe am Kreischberg davon profitiert, dass Lukas Müllauer nach seinem WM-Slopestyle-Einsatz auch in die Halfpipe ging. "Das war das Beste, das Marco passieren hat können, dass Müllauer ihm im Training um die Ohren fährt. Höhenmäßig, nicht von der Schwierigkeit und der Coolness her. Das hat ihn so geärgert, dass er sicher eineinhalb Meter an Höhe zugelegt hat. Marcos Auftritt war absolut lässig", lobte Rijavec.

Und der Sportliche Leiter ist überzeugt, dass in Zukunft noch einiges kommen wird: "Vergangenes Jahr Olympia, jetzt hier die Heim-WM vor seinen Leuten und seiner Familie. Der Bua ist 16, er hat wirklich die Feuerprobe aller Arten von Publikum hinter sich. Jetzt ist er entspannt. Ladner und Müllauer, das ist sicher das Duo, das sich in Zukunft matchen und pushen wird."