Erstellt am 29. August 2015, 14:33

von APA/Red

Sofia will härtere Anti-Schleppermaßnahme. Nach dem Flüchtlingsdrama mit 71 Toten auf der A4 hat Bulgarien europaweit strengere Gesetze gegen Schlepper gefordert.

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Retz will nun auch seinen Teil zur Bewältigung beitragen. Foto: EPA/Georgi Licovski  |  NOEN, APA/EPA/GEORGI LICOVSKI
"Die Nationalität hat (.) keine Bedeutung, weil es in jedem Staat Helfer gibt", sagte Außenminister Daniel Mitow dem Fernsehsender Nowa in Sofia am Samstag. "Gerade deswegen sollten im Rahmen der EU die Maßnahmen und Strafen gegen solche kriminellen Gruppen verschärft werden."

Die vier in Ungarn festgenommenen Verdächtigen - drei Bulgaren und ein Afghane - sollen zu einem bulgarisch-ungarischen Schlepper-Ring gehören. "Höchstwahrscheinlich geht es dabei nicht um den Schmuggel von Menschen durch Bulgariens Staatsgebiet", sagte Außenminister Mitow.

Bulgarien gehe bereits schärfer gegen Schlepper vor, betonte Mitow. Das Parlament habe in erster Lesung ein Gesetz verabschiedet, das Gefängnisstrafen zu drei Jahren für Schleuser einführe. Bisher drohten Schleppern nur Geldstrafen bis umgerechnet rund 4.000 Euro.

Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, aber auch aus dem Irak und Afghanistan gelangen über die Türkei in das ärmste EU-Land Bulgarien. Von Jänner bis Ende Juli 2015 wurden mehr als 9.200 Asylanträge gestellt, wie die staatliche Flüchtlingsbehörde in Sofia mitteilte.