Erstellt am 07. Oktober 2014, 10:44

von APA/Red

Intensive KV-Verhandlungen bei AUA. In der AUA wird weiter intensiv über einen neuen Kollektivvertrag für das fliegende Personal und Nachzahlungen für die vergangenen zwei Jahre verhandelt. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass man einer Einigung sehr nahe sei.

 |  NOEN, HERBERT NEUBAUER (APA)

Unternehmenssprecher Peter Thier verweist aber lediglich darauf, dass Stillschweigen vereinbart sei. Am späten Nachmittag kommt jedenfalls der AUA-Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen und erwartet vom Vorstand ein Konzept für die wirtschaftliche Weiterführung des Unternehmens.

Außertourlich ist auch der Tagungsort – bei der Muttergesellschaft Lufthansa in Frankfurt. Allerdings ist angeblich nicht unbedingt heute schon mit der Verkündigung eines neuen Vertragswerkes zu rechnen, da AUA-Führung und Sozialpartner für Mittwoch noch einen Gesprächstermin vereinbart haben.

Verhandlung auch über neue Konditionen

Inhaltlich geht es in den Verhandlungen einerseits um einen neuen Kollektivvertrag mit neuen Arbeitszeiten, Pensionsregeln, Gehalts- und Karrieremodellen. Einen Zusammenhang mit dem vor kurzem bekanntgegebenen Kollektivvertrag der AirBerlin-Tochter Niki (flyniki) gibt es angeblich nicht, aus Expertensicht ist aber klar, dass die AUA-Konditionen höher ausfallen dürften als jene von flyniki.

Andererseits muss sich die AUA auf Nachzahlungen an ihre Piloten für die vergangenen zwei Jahre einstellen. Die Fluggesellschaft hat ihr fliegendes Personal damals zwangsweise vom höher bezahlten AUA-Kollektivvertrag in den Tyrolean-KV übergeführt.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat aber jüngst geurteilt, dass der alte KV nachwirkt – die Differenz der vergangenen zwei Jahre wird die AUA zumindest teilweise nachzahlen müssen.

Derzeit stehen die Zeichen stark auf Einigung auf einen neuen und aus Sicht des Unternehmens finanzierbaren Kollektivvertrag. Dennoch hat die AUA vorsorglich auch "Alternativmodelle" gerechnet. Darunter fallen auch Ansätze wie eine Schrumpfkur, die Streichung der Langstrecke oder die Umwandlung in eine Billig-Airline.