Erstellt am 28. September 2016, 11:39

Pflegekarenz weiter Minderheitenprogramm. Pflegekarenz und Pflegeteilzeit werden weiterhin nur wenig in Anspruch genommen. 2015 bezogen 1.309 Personen Pflegekarenzgeld, von Jänner bis Juli 2016 waren es 769, geht aus einer Anfragebeantwortung von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) hervor.

Pflege wird immer wichtiger für die Gesellschaft  |  APA (Symbolbild/dpa)

Er zeigt sich aber zufrieden mit der Akzeptanz der 2014 eingeführten Leistungen, 2019 will er eine "umfassende" Evaluierung.

Die Pflegekarenz ist ab der Pflegegeldstufe 3 des zu pflegenden Angehörigen oder ab der Stufe 1 bei minderjährigen Kindern oder bei Demenz möglich. Ein Angehöriger kann die Pflegekarenz einmal antreten, bei einer Verschlechterung des Zustands (der Erhöhung um zumindest eine Pflegegeldstufe) auch ein weiteres Mal. Pro Pflegebedürftigem können zwei Angehörige in Karenz gehen. Das Pflegekarenzgeld orientiert sich am zuletzt bezogenen Gehalt, maximal sind es 1.400 Euro pro Karenzmonat.

Auch eine Pflegeteilzeit wurde 2014 eingeführt, dabei darf die Arbeitszeit bis auf zehn Wochenstunden reduziert werden. Genutzt haben das im Vorjahr 91 Personen, heuer bis Juli 56. Sowohl bei Pflegekarenz als auch bei Pflegeteilzeit machen Frauen den überwiegenden Teil der Bezieher aus.

Die durchschnittliche Pflegekarenz dauert rund 84 Tage, im Schnitt bekamen die Bezieher rund 31,30 Euro pro Tag (2016). Insgesamt gab es 2015 Pflegekarenzgeld für 2.577 Personen - darunter fallen auch jene, die in Familienhospizkarenz bzw. -teilzeit waren. Zum Vergleich: Insgesamt bezogen im Juni 2016 454.159 Menschen Pflegegeld, rund die Hälfte von ihnen ab Stufe 3, das geht aus Zahlen hervor, die das Sozialministerium im Juli des Jahres veröffentlichte.

Die Grünen, von denen die Anfrage an Stöger kam, sind nicht angetan von den Ergebnissen. Sozialsprecherin Judith Schwentner forderte jüngst in der "Presse" einmal mehr einen Rechtsanspruch.