Erstellt am 29. Januar 2015, 22:05

Speed-Chef Winkler begrüßt Kriechmayrs WM-Verzicht. Abfahrts-Chef Florian Winkler hat die Entscheidung von Vincent Kriechmayr, trotz Nominierung nicht zu den Weltmeisterschaften zu fahren, begrüßt.

"Er will die Chance nützen, im Europacup weiterkommen und die Punkte und die Startnummer runterschrauben. Das ist eine Entscheidung, die ich für sehr gut finde, weil sie überlegt ist für seine Zukunft", erklärte der Coach im Teamquartier in Beaver Creek.

Dort herrschte am Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein und weiterhin Temperaturen deutlich über null Grad noch die Ruhe vor dem Sturm. Die Trainer prüften am Nachmittag nochmals die Trainingspisten, am Freitag soll es dann richtig mit den ersten Riesentorlauf-Einheiten losgehen. Die Rennpisten am Beaver Creek Mountain wurden nochmals mit Wasser durchmischt und sollten sich kommende Woche in perfektem Zustand befinden.

Die Entscheidung von Kriechmayr ist auch dahin gehend bemerkenswert, weil es wohl nicht viele Beispiele gibt, dass ein nominierter ÖSV-Alpinfahrer freiwillig auf eine WM-Teilnahme verzichtet. "Er hatte im Super-G mit seinem vierten Platz in Gröden an sich sehr gute Form bewiesen, sonst aber keine Top-Ten-Plätze. Mit dem letzten Rennen in Kitzbühel hat sich das dann erübrigt, weil Streitberger und Striedinger mehr Top-Plätze haben. Damit war für Vincent im Super-G die Tür zu", erklärte Winkler.

Nominiert wurde der 23-jährige Oberösterreicher dann zwar wegen und für die Kombi. Aber auch Winkler war schnell klar, dass es wenig Sinn macht, für nur eine Kombi über den Teich zu fliegen und dafür in Sachen FIS-Einstufung wichtigere Rennen zu verpassen.

Dass damit neben Bernadette Schild auch bei den Herren ein Nominierter nicht mitgeflogen ist, während Abfahrts-Routiniers wie Klaus Kröll daheimbleiben müssen, ist für den Speed-Chef kein Problem. "Mit unserem Team sind wir gut und ausreichend aufgestellt. Man muss nicht auffüllen, wenn es keinen Sinn macht."

Dies sei aber nichts gegen Kröll. Ganz im Gegenteil. "Das Rad dreht sich weiter. Derzeit geht es zwar nur um die WM, es kommen aber mit Saalbach, Garmisch, Kvitfjell und dem Finale noch vier Abfahrten und drei Super-G. Da kann sich einer noch eine Super-Ausgangsposition holen, wenn er die kommenden Wochen gut nützt", erklärte Winkler. "Deshalb haben wir auch Coaches und Physios zu Hause gelassen. Das macht mehr Sinn, als übertrieben gesagt in Beaver Creek zu acht um vier Plätze zu fahren."

Die Abfahrts-Qualifikation wird, falls das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, voraussichtlich beim vorletzten Trainingslauf am kommenden Donnerstag über die Bühne gehen. Ob um einen oder zwei Plätze, steht noch nicht fest. Hannes Reichelt und Matthias Mayer gelten als gesetzt. Otmar Striedinger, Georg Streitberger, Max Franz und Romed Baumann heißen die restlichen Anwärter.

Im Super-G dürfte man hingegen hinsichtlich des WM-Quartetts einer Entscheidung schon näher sein. "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", betonte Winkler. "Aber wenn man sich die Ergebnisse im Detail anschaut, wird klar, welche vier hier normalerweise starten sollten. Das kann man sich durch die Ergebnisse ausrechnen." Das wären dann neben Reichelt und Mayer wohl Striedinger und Streitberger.