Erstellt am 06. November 2015, 10:30

von APA Red

Spielfeld und Radkersburg relativ leer. Vor dem Besuch von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos präsentierte sich die Lage am Freitagvormittag in Spielfeld ruhig.

 |  NOEN, APA

In der Sammelstelle am Grenzübergang Spielfeld hielten sich rund 450 Menschen auf, so Polizei-Oberstleutnant Rene Kornberger zur APA. Aus Bad Radkersburg konnten am Donnerstag alle Flüchtlinge weiter transportiert werden.

Mikl-Leitner und Avramopoulos werden die Lage am Bundesstraßengrenzübergang in Spielfeld in Augenschein nehmen und danach vor die Presse treten. Geplant ist eine kurze Pressekonferenz unter dem Flugdach der alten Zollstation ab 15.00 Uhr.

Die Transporttätigkeit mit Bussen sei erst gegen 1.00 Uhr in der Früh eingestellt worden, gab die Polizei an, weshalb die Spielfelder Sammelstelle relativ leer sei. Laut slowenischer Polizei zufolge warteten allerdings rund 2.650 Flüchtlinge im Camp auf der slowenischen Seite der Grenze in Sentilj (St. Egidi). Deshalb müsse mit einem weiteren Zustrom gerechnet werden, ebenso wie in Bad Radkersburg. Zum Weitertransport in Transitzentren in Graz und Feldkirchen bei Graz bzw. andere Bundesländer stünden wieder Heeres- und zivile Busse sowie drei Sonderzüge der ÖBB parat.

Bewährt habe sich das neue Zelt, das am Donnerstag aufgestellt worden war, wie die Einsatzkräfte mitteilten. Dieses beheizte Großraumzelt wurde über dem Wartebereich errichtet, um die Menschen, die bisher im Freien auf den Einstieg in die Busse warten mussten, vor Witterungseinflüssen zu schützen. Dies wird speziell bei winterlichen Temperaturen bzw. Regen oder Schneefall erheblich zur Entspannung der Situation unter Flüchtlingen und Einsatzkräften beitragen.

Das Rote Kreuz versorgte rund 100 Menschen seit den Abendstunden des Donnerstag, vor allem wegen Erkältungskrankheiten, Erschöpfung, kleineren Schnitten, stumpfen Verletzungen und Schmerzen im Bewegungsapparat. Drei Personen mussten für nähere Untersuchungen vorübergehend in ein Spital gebracht werden.

Im Gegensatz zu dem Sammelstellen in Spielfeld und Bad Radkersburg waren die Transiteinrichtungen am frühen Vormittag im ehemaligen Grazer Euroshopping-Center mit 2.003 Flüchtlingen (Kapazität: 2.000) und der Bellaflora-Halle in Feldkirchen mit 365 Menschen (Kapazität: 400) ganz bzw. fast ausgeschöpft.

Nachdem die Notquartiere für Transitflüchtlinge am Donnerstag in der Stadt Salzburg völlig überfüllt waren, ist die Situation am Freitagvormittag laut Informationen der Stadt "weiterhin überaus angespannt" gewesen. In der ehemaligen Autobahnmeisterei der Asfinag hielten sich rund 1.400 Flüchtlinge auf, weitere 600 mussten die Nacht auf Freitag in der Bahnhofshalle verbringen.

In der Abfertigungszone an der Grenze zu Freilassing warteten zudem am frühen Freitagvormittag 230 Menschen auf die Einreise nach Deutschland. Wegen des starken Zustroms haben am Abend die deutschen Grenzbehörden die Abfertigungsrate für einige Zeit auf 100 Personen pro Stunde erhöht. Diese Quote ist seit Mitternacht wieder auf 50 pro Stunde reduziert worden. Dennoch wurde für die Mittagszeit ein weiterer Sonderzug aus der Steiermark mit 500 Flüchtlingen mit Ziel Salzburg angekündigt.

Die Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof ist seit Freitag nicht mehr als Notunterkunft für Transitflüchtlinge verfügbar. "Sie wird der Parkgaragengesellschaft zurückgegeben", sagte ein Sprecher der Stadt.