Erstellt am 21. April 2014, 08:37

SPÖ und ÖVP bei EU-Wahl Kopf an Kopf. Knapp fünf Wochen vor der EU-Wahl am 25. Mai liegen ÖVP und SPÖ laut Meinungsforschern - mit einem leichten Vorsprung der ÖVP - Kopf an Kopf und deutlich vor den Freiheitlichen.

Grüne und NEOS sind etwa gleich auf. Die Kleinparteien BZÖ, Europa anders, REKOS und EU-STOP werden es laut den Prognosen nicht ins EU-Parlament schaffen. 

ÖVP und SPÖ würden derzeit mit "Respektabstand" vor den Freiheitlichen liegen, sagte Meinungsforscher Peter Hajek, wobei die ÖVP tendenziell Vorteile habe, weil deren Spitzenkandidat Othmar Karas über etwas bessere Werte verfüge als Quereinsteiger Eugen Freund (SPÖ). Die FPÖ habe bei EU-Wahlen ein "massives Mobilisierungsproblem", da deren Wählerschaft sehr EU-skeptisch und schwer dazu zu bewegen sei, zur Wahl zu gehen. Das "zweite Problem" der FPÖ sei die Causa Mölzer, wie dessen Rücktritt sich auswirkt, könne man noch nicht sagen.

Grüne und NEOS seien mehr oder weniger gleich positioniert, beide "solide über zehn Prozent", so Hajek. Den Kleinparteien rechnet er keine Chancen zu, ins EU-Parlament einzuziehen. Europa anders-Spitzenkandidat Martin Ehrenhauser habe durch seine Protestaktion am Ballhausplatz "sicher an Bekanntheitsgrad zugelegt", sei aber dennoch ein unbeschriebenes Blatt für die Wähler, da er in den vergangenen fünf Jahren zu wenig Bekanntheit aufgebaut habe.

REKOS-Spitzenkandidat Ewald Stadler weise dagegen mit über 80 Prozent einen sehr hohen Bekanntheitsgrad auf, seine Partei sei aufgrund der Positionierungen aber ein "Minderheitenprogramm". Dem BZÖ sei mit Ulrike Haider-Quercia ein "großer Name" abhandengekommen und EU-STOP liege "unter der Wahrnehmungsgrenze".

"Kein Durchmarsch der FPÖ"

Auch Werner Beutelmeyer vom Linzer market-Institut sieht derzeit die ÖVP tendenziell vorne, dahinter die SPÖ. "Wir sehen derzeit keinen Durchmarsch der FPÖ". Die NEOS lägen leicht vor den Grünen, die Kleinparteien seien noch "sehr schwer" einzuschätzen.

Etwas anders schätzt Wolfgang Bachmayer von OGM die Situation der FPÖ ein: "Es wird zwei Sieger geben, die NEOS und die Freiheitlichen", sagte Bachmayer. Ein leichtes Plus sei zwar auch bei der SPÖ möglich, die größten Zugewinne würden aber die NEOS erreichen - von Null auf einen möglicherweise zweistelligen Stimmenanteil - und die Freiheitlichen, die sich möglicherweise verdoppeln könnten (2009 kam die FPÖ mit 12,7 Prozent auf Platz vier). Der Schaden um Mölzer werde sich für die FPÖ in Grenzen halten.

Günther Ogris von SORA sieht ÖVP und SPÖ"Kopf an Kopf". Die ÖVP werde vor allem durch die NEOS verlieren. "Der Platz als stärkste Europapartei ist gefährdet, je nachdem, wie stark die NEOS werden", sagte Ogris. Den Einzug schaffen werden SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und NEOS, die anderen Parteien sehe er nicht in der Nähe des nötigen Stimmenanteils. Die Grünen seien derzeit "etwas stärker" als die NEOS.