Erstellt am 20. April 2017, 11:46

von APA Red

Unwirtliche Bedingungen für Wien-Marathon erwartet. Titelverteidigerin Shuko Genemo geht am Sonntag auf den zweiten Sieg in Folge beim Wien-Marathon los. Die Äthiopierin sorgte 2016 trotz windiger Bedingungen mit der persönlichen Bestzeit von 2:24:31 Stunden für die zweitbeste Frauenzeit in der Geschichte des VCM. Auch heuer werden schwierige Verhältnisse erwartet, die Temperaturen könnten aber in den leichten zweistelligen Bereich steigen.

Die Favoritinnen Mengistu, Genemo und Kiprop (von links)  |  APA (Punz)

So unwirtlich wie vor der 34. Auflage hatte sich das Wetter zuletzt vor einem Wien-Marathon im April 1996 gezeigt, als schließlich bei Schneeregen und vier Grad Celsius gelaufen wurde. Als am heutigen Donnerstag in einem Wiener Hotel die Topläuferinnen für das Sonntag-Rennen präsentiert wurden, fielen vereinzelt Schneeflocken vom Himmel über der Bundeshauptstadt. Sonntag wird auch in Hamburg und London Marathon gelaufen, die Prognosen für das Rennen in Deutschland sind noch um einiges schlechter als für Wien.

"Der 34. Marathon wird eine große Herausforderung. Es ist nicht ganz so, wie wir uns das vorstellen, da spreche ich die Wetterbedingungen an. Laut Statistik haben wir alle 20 Jahre in der zweiten Aprilhälfte so ein Wetter. Mit der Situation müssen wir leben. Unser Gegner ist nicht der Regen, sind nicht die Temperaturen, da kann man sich schützen, unser Gegner ist der Wind", sagte VCM-Veranstalter Wolfgang Konrad. Das gilt nicht nur für die Läufer, sondern auch für die Aufbauarbeiten und Infrastruktur.

Als stärkste Gegnerin für Genemo gilt deren Landsfrau Meseret Mengistu, die 2015 in Paris, 2016 in Peking und am 2. Jänner 2017 in Xiamen gewonnen hat und mit der Bestzeit von 2:23:26 Stunden die schnellste Läuferin im Feld ist. "Wir haben ein ziemlich starkes Frauenfeld akquirieren können, es ist ein kompakteres Feld als in den Vorjahren. Daraus wird sich ein schönes, spannendes Rennen entwickeln", sagte Athletenkoordinator Mark Milde. Sollte das Wetter doch noch mitspielen, sieht er den Streckenrekord der Italienerin Maura Viceconte von 2:23:47 aus dem Jahr 2000 zumindest in Gefahr.

Genemo sah bei ihrer Ankunft am Mittwoch in Wien erstmals Schnee und "erschrak", wie die 21-Jährige erzählte. Das trübte die Vorfreude auf das Rennen allerdings nicht, sie hofft auf eine stärkere Zeit als bei ihrem Erfolg vor einem Jahr.

Erstmals in Wien mit dabei ist die kenianische Lehrerin Nancy Kiprop, die als 1979 geborene Athletin auf eine 23-jährige Karriere zurückblickt. Die Bestzeit der siebenfachen Mutter (fünf adoptiert, zwei eigene) steht bei 2:25:13, die sie als Zweite 2016 in Valencia erreichte. Die 27-jährige Mengistu konzentriert sich indes voll aufs Laufen, sie hofft an die Leistung in Xiamen zu Jahresbeginn anschließen zu können. Für Österreich im Elitefeld mit dabei sind Karin Freitag (13./2016), Katharina Zipser und Antonia Luchini.

Am Samstag gehen im Rahmen des VCM die Staatsmeisterschaften über 10 Kilometer in Szene, u.a. sind Andrea Mayr, Julia und Lena Millonig sowie Triathletin Lisa Perterer gemeldet. Ebenfalls am Start sind die Drillinge Leila, Liina und Lily Luik aus Estland, die bei Olympia in Rio am Start waren. Das Männerfeld wird von Andreas Vojta angeführt.

Die Polizei hat das Sicherheitskonzept für den VCM aufgrund der Terroranschläge in der Vergangenheit adaptiert, wie Sprecher Paul Eidenberger betonte. Details wollte man vonseiten der Behörde aus sicherheitstaktischen Gründen keine nennen. Allerdings werden an die 400 Polizisten, darunter Cobra-Beamte und die Hundestaffel, neben 500 Ordnern an der Laufstrecke am Wochenende für Sicherheit sorgen. Zudem sind ein Polizeihubschrauber und ein Polizeiboot im Einsatz.