Erstellt am 15. Oktober 2015, 16:52

von APA/Red

Schweiz liefert weiteren Ex-FIFA-Funktionär an die USA aus. Der ehemalige FIFA-Funktionär Julio Rocha aus Nicaragua kann an die USA ausgeliefert und von dort nach Nicaragua gebracht werden. Das Schweizer Bundesamt für Justiz hat dies am Donnerstag bewilligt.

Kein Ende der Turbulenzen bei der FIFA  |  NOEN, APA (AFP)

Der Ex-Präsident des Fußballverbandes von Nicaragua und ehemalige FIFA-Funktionär war am 27. Mai zusammen mit sechs weiteren FIFA-Funktionären in Zürich festgenommen worden.

Die USA und Nicaragua werfen Rocha (64) vor, anlässlich der Qualifikationsspiele Nicaraguas für die WM 2018 beim Verkauf von Marketing-Rechten an eine US-Sportvermarktungsfirma 150.000 US-Dollar Bestechungsgelder für sich und einen anderen Fußball-Funktionär verlangt und angenommen zu haben. Gegen Rocha liegt in New York ein Haftbefehl vor. Er kann den Entscheid des Bundesamts aber noch anfechten.

Mittlerweile wurden sechs der sieben festgenommenen FIFA-Funktionäre ausgeliefert. Noch nicht entschieden ist der Fall des früheren brasilianischen Verbandschefs Jose Maria Marin.

Das FIFA-Exekutivkomitee kommt unterdessen nach dem Notfalltreffen am Dienstag in Zürich zu einer weiteren Sitzung am 2. und 3. Dezember erneut in der Zentrale in der Schweiz zusammen. Das teilte der Fußball-Weltverband am Donnerstag mit. Eigentlich war die kommende Sitzung für den 17./18. Dezember im Rahmen der Club-WM in Japan vorgesehen gewesen.

FIFA-Präsident Joseph Blatter ist aktuell ebenso wie Generalsekretär Jerome Valcke und UEFA-Chef Michel Platini von der Ethikkommission der FIFA für 90 Tage suspendiert.

Prinz Ali bin Al-Hussein reichte unterdessen nun auch offiziell seine Kandidatur für die Wahl des FIFA-Präsidenten ein. Der Jordanier ließ in seiner Mitteilung am Donnerstag offen, welche fünf Mitgliedsländer des Fußball-Weltverbandes ihn unterstützen.

"Ich bin zuversichtlich, dass die FIFA mit wiederhergestellter Reputation aus dieser schwierigen Phase hervortreten kann und eine Organisation wird, die wieder mit Respekt angesehen wird", teilte Al-Hussein mit.

Ende Mai war der 39-Jährige mit der Unterstützung aus Europa und einem respektablen Ergebnis Joseph Blatter unterlegen. Der Schweizer Amtsinhaber hatte kurz danach seinen baldigen Rücktritt angekündigt.