Erstellt am 27. November 2015, 22:44

von APA Red

St. Pölten demütigte Salzburg mit 6:2. Ein 2:2 (2:0) gegen Kapfenberg hat Wacker Innsbruck am Freitag gereicht, um sich die Winterkrone der Erste Liga aufzusetzen. St. Pölten schlug die finanziell schwer angeschlagene Austria aus Salzburg klar mit 6:2 (6:1).

Der LASK fertigte Schlusslicht FAC in Pasching mit 4:0 (1:0) ab. Wr. Neustadt holte bei Austria Lustenau ein 1:1 (0:0), das Duell Austria Klagenfurt - FC Liefering endete 0:0.

Eine klare Pausenführung und Tore von Michael Lercher (30.) und Thomas Pichlmann (35.) waren für die zu Hause neuerlich enttäuschenden Tiroler zu wenig, Joao Victor (56.) und Dominik Frieser (85.) sorgten schließlich für das verdiente Remis.

Damit geht die Erste Liga Ende Februar in ein hochspannendes Frühjahr. Wacker überwintert mit 38 Punkten nur dank des leicht besseren Torverhältnisses (+17 vs. +15) vor St. Pölten, zwei Zähler dahinter lauert bereits der LASK.

Der Tabellenführer fand gegen die defensiv wohlgeordneten und im Konter gelegentlich nicht ungefährlichen "Falken" zwar nur mit Mühe ins Spiel, ging nach genau einer halben Stunde aber in Führung: Alexander Riemann schickte Lercher in Richtung Fünfer und der überhob gefühlvoll Kapfenberg-Goalie Christoph Nicht zum 1:0.

Nur fünf Minuten später war Pichlmann zur Stelle, der aus minimal abseitsverdächtiger Position startete und dann den Ball aus zwölf Metern nicht minder gefühlvoll über den KSV-Tormann hinweg ins Tor lupfte. Während es für Pichlmann in seiner 100. Erste-Liga-Partie der 43. Treffer war, durfte der 19-jährige ehemalige Werder-Bremen-Legionär Lercher über sein Premierentor jubeln.

Kapfenberg gab freilich nicht auf und zeigte nach dem Seitenwechsel, warum es das drittbeste Auswärtsteam der Liga ist. Nach fast einer Stunde war Joao Victor mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel ins Kreuzeck zur Stelle (56.) und hatte gut zehn Minuten später den Ausgleich am Fuß: Innsbruck-Schlussmann Pascal Grünwald lenkte den Versuch des Brasilianers aber an die Latte (66.).

Kapfenberg gab auch in der Folge nicht auf. Ein Freistoß von Andreas Lasnik wurde zum Lattenpendler (71.), Innsbruck hatte Glück, dass ein Foul an Dimitry Imbongo im Kampf um den Abpraller ungeahndet blieb. Im Finish wurden die Mühen der Gäste nach einem Lasnik-Eckball doch noch belohnt, Frieser beförderte den von Stefan Meusburger verlängerten Standard zum 2:2 ins Tor (85.).

Bei Salzburg dürften indes die Hiobsbotschaften der vergangenen Tage wohl doch ihre Spuren hinterlassen haben. Die Austria hatte am Mittwoch den Gang in die Insolvenz angekündigt und war - unabhängig von dieser Causa - am Donnerstag von der Bundesliga mit einem Sechs-Punkte-Abzug bestraft worden. Ein Insolvenzverfahren würde für die "Violetten" aber ohnehin mit dem Zwangsabstieg enden.

St. Pölten jedenfalls hatte mit den Gästen vor eigener Kulisse seinen Spaß und führte schon nach gut einer halben Stunde 5:0 - Leonhard Kaufmanns Ehrentor zum zwischenzeitlichen 1:5 (34.) konnte die hilflose Darbietung der Gäste nicht kaschieren.

Daniel Segovia mit drei (21./Hands-Elfer, 29., 36.) und Manuel Hartl mit zwei Treffern (15., 31.) waren die Männer des Abends. In einer ereignisarmen zweiten Hälfte blieb Kaufmann (80.) der einzige Torschütze, der fünfte Sieg St. Pöltens in Folge war dadurch nicht mehr zu verhindern.

Mit viel mehr Gegenwehr hatte der LASK in seinem Heimspiel gegen den FAC zu kämpfen. Zumindest in der ersten halben Stunde. Als den Hausherren im Paschinger Waldstadion schon die Ideen auszugehen schienen, brachte aber Manuel Kerhe die Elf von Oliver Glasner per Kopf auf die Siegerstraße (34.).

In der zweiten Hälfte trat dann auch der im Sommer nach Linz gekommene katarische Kooperationsspieler Abdulla AlMoez groß in Erscheinung: Erst "assistierte" der 19-jährige Stürmer beim Treffer von Rene Gartler (69.), wenig später besorgte er selbst das 3:0 (72.). Gartler legte im Finish noch einmal nach (79.).

Austria Lustenau schien zuhause gegen den SCWN durch Jodel Dossou (69.) schon auf Erfolgskurs, ehe die Gäste auch dank Gelb-Rot für Maximilian Moser (76.) noch einmal ins Spiel zurückkamen. Christoph Saurer (81.) stahl den Hausherren schließlich noch zwei Punkte, so kommt der Tabellenfünfte aus Vorarlberg wohl nicht mehr zurück ins Aufstiegsrennen. Auf den LASK fehlen derzeit sieben Punkte.