Erstellt am 25. Juli 2014, 15:32

St. Pölten nach historischem Erfolg heiß auf PSV. Der SKN St. Pölten hat Geschichte geschrieben. Die Niederösterreicher schafften es als erster österreichischer Nicht-Bundesliga-Club im Europacup eine Runde weiterzukommen.

Beeindruckend war die Art und Weise, wie der 2:0-Erfolg gegen Botew Plowdiw im Rückspiel der zweiten Qualifikations-Runde zur Europa League am Donnerstag zustande kam. Als Belohnung warten nun zwei Duelle mit PSV Eindhoven.

Daniel Segovia sorgte mit seinen Toren im Alleingang dafür, dass die "Wölfe" weiterhin in Europa heulen dürfen. Beim 1:2 in Bulgarien hatte der Stürmer per Kopf das so wichtige Auswärtstor erzielt, im Rückspiel legte er einen Doppelpack nach. "Für jeden Spieler von uns war es ein Finale. Wir haben super gespielt, es hat alles zusammengepasst, wir sind verdient aufgestiegen", freute sich der 29-jährige Spanier.

Segovia legte per Kopf schon nach sechs Minuten den Grundstein für den Sieg und fixierte den Aufstieg zehn Minuten nach der Pause ausgerechnet in der einzig guten Phase der enttäuschenden Bulgaren. "Er hat schon in den ersten Spielen gezeigt, wie wichtig er sein kann. Wir werden noch viel Freude mit ihm haben", sagte Coach Herbert Gager.

Großes Lob gebührt allerdings nicht nur ihm, setzte doch die gesamte Mannschaft das neue 5-3-2-System mit zwei flexiblen Defensiv-Außenspielern gut um. "Das System hat perfekt gepasst", jubelte Gager. Der Matchplan des Ex-Austria-Trainers ging voll auf. "Du musst einen Plan haben, umsetzen müssen ihn aber die Spieler", gab Gager das Lob an seine Truppe weiter. Voll des Lobes war auch Gottfried Tröstl. "Mir hat imponiert, wie die Mannschaft gespielt hat", sagte der SKN-Vorstands-Vorsitzende, der sich durch den Aufstieg auch über zusätzliche Einnahmen freuen darf.

Trainer Gager: "Haben die Bulgaren von Beginn an unter Druck gesetzt"

Der 20-jährige David Stec, der in der vergangenen Saison größtenteils noch in der Landesliga gekickt hatte, zeigte bei seinem Europacup-Startelf-Debüt keine Nervosität. Auf der anderen Seite bekleidete Marcel Holzmann die flexible Außenposition in souveräner Manier. Gemeinsam mit den drei Innenverteidigern Tomasz Wisio, Michael Huber und Martin Grasegger sorgte das Duo dafür, dass die Bulgaren über 90 Minuten quasi ohne echter Torchance blieben. "Es ist sehr selten, dass ein Spiel so läuft, wie man das will. Heute war aber so ein Spiel. Wir haben die Bulgaren von Beginn an unter Druck gesetzt und waren spielerisch, läuferisch, kämpferisch top", resümierte Gager.

Viel Zeit zum Feiern blieb aber nicht, bereits am Montag gilt es in der Liga im Auswärtsspiel in Kapfenberg den zweiten von 36 Schritten in Richtung Bundesliga-Aufstieg zu machen. "Die Spieler können heute feiern, ab morgen ist aber der Fokus auf Kapfenberg gerichtet. Wir haben ein dichtes Programm, uns erwartet eine schwere Aufgabe, das darf man nicht vergessen", sagte Gager. Erst nach dem "wichtigeren Spiel" gegen die Obersteirer will er sich mit Eindhoven beschäftigen.

"Ich habe mich noch nicht mit dem Gegner beschäftigt, weil man auch nicht davon ausgehen hat können, dass wir weiterkommen. Es gibt aber sicher schlimmeres als gegen Eindhoven zu spielen", sagte Gager schmunzelnd. Bei seinen Kickern ist die Vorfreude riesengroß. "Es ist für jeden Spieler ein super Gefühl, im Philips-Stadion (Hinspiel am Donnerstag) spielen zu dürfen", meinte Segovia. "Das ist die Kirsche auf der Torte", ergänzte Abwehrchef Wisio.

"Wir sind sicher kein Freilos für Eindhoven"

Die Niederösterreicher wollen sich gegen den niederländischen Tabellenvierten der abgelaufenen Saison neuerlich von der besten Seite präsentieren. "Wir sind sicher kein Freilos für Eindhoven", sagte Dominik Hofbauer. Und auch Holzmann hat Lust auf mehr bekommen. "Es ist einfach saugeil. Wir haben gegen Eindhoven genauso nichts zu verlieren."

Die Niederländer befinden sich noch in der Vorbereitung, startet die Meisterschaft doch erst am Wochenende nach dem Rückspiel in der NV-Arena. Interessant ist, dass die St. Pöltener es nun neuerlich mit einem Gegner zu tun bekommen, gegen den sie in der Vorbereitung getestet hatten. "Es ist ein unglaublicher Zufall, zeigt, dass wir eine super Planung gemacht haben", sagte Gager. Am 6. Juli hatten sie gegen eine stark ersatzgeschwächte PSV-Elf im eigenen Stadion nur knapp mit 0:1 verloren. Ein gutes Omen könnte sein, dass sie auch einen Test gegen Plowdiw (2:4 am 14. Juni) verloren hatten - vor der Revanche im Europacup.