Erstellt am 15. Mai 2015, 22:34

von APA Red

Starker EM-Auftritt des Kletter-Teams. Die Athleten des österreichischen Wettkletterverbandes (ÖWK) haben am Freitag bei der Heim-EM in Innsbruck im Boulder-Halbfinale überzeugen können.

Hinter der deutschen Weltmeisterin Julia Wurm schafften mit Anna Stöhr, Katharina Saurwein und Jessica Pilz gleich drei Damen dein Finaleinzug unter die besten Sechs für Samstag. Jakob Schubert konnte die Herren-Gruppe für sich entscheiden.

Stöhr will "im Wohnzimmer" für Pubklikum Medaille holen

"Drei Damen in einem Finale bei einem Großereignis, das hat es für Österreich noch nie gegeben", jubelte ÖWK-General-Manager Michael Schöpf.

Dabei war die Innsbrucker Titelverteidigerin Anna Stöhr, die am Donnerstag in der Qualifikation alle fünf Boulder noch "Flash" gegangen war, auch im Halbfinale auf Siegeskurs. Doch am letzten Boulder scheiterte sie vor 2.000 Fans und zuckte mit den Schultern: "Egal, Hauptsache ich stehe im Finale."

Und für dieses hat sich die 27-Jährige Ausnahmekletterin viel vorgenommen. "Ich will vor diesem fantastischen Publikum eine Medaille. Dazu muss ich aber doch etwas besser klettern", meinte die Innsbruckerin.

In "ihrem Wohnzimmer" am Marktplatz der Tiroler Landeshauptstadt, wo sie 2010 ihren ersten von zwei EM-Titeln geholt hatte und im Vorjahr den Weltcup gewonnen hatte, will sie auch am Samstag überzeugen.

Pilz überglücklich: "Schon mehr erreicht als erhofft"

Überzeugen konnte neben Superstar Stöhr auch ihre engere Landsfrau Katharina Saurwein, die als Dritte erstmals bei einem Großereignis den Finaleinzug schaffte. "Es war ein fast perfekter Wettkampf, jetzt bin ich wirklich auf den Geschmack gekommen. Eine Medaille ist mein großer Traum", betonte die 27-Jährige, deren Innsbruck-Highlight bisher ein siebenter Platz aus dem Vorjahr war.

Für die große Sensation aus rot-weiß-roter Sicht sorgte jedoch die erst 18-jährige Niederösterreicherin Jessica Pilz. Bei ihrem ersten Antreten in der allgemeinen Klasse kletterte sie sofort in die Europa-Spitze. "Ein vierter Platz im Semifinale, das ist einfach unglaublich", gestand Pilz und hatte vor dem Finale keine großen Erwartungen mehr. "Ich habe ja schon mehr erreicht als erhofft."

Zufrieden bilanzierte auch Hausherr Jakob Schubert, der das Herren-Halbfinale für sich entschied. Nach über einem Jahr Boulder-Pause aufgrund einer hartnäckigen Fingerverletzung meldete sich der 24-Jährige Tiroler im ersten Wettkampf - zugleich Saisonhöhepunkt - eindrucksvoll in der Boulder-Szene zurück.

"Ich bin zufrieden, auch wenn ich weiß, dass ich noch mehr drauf habe", sagte Schubert und schickte die "Boulder-Weisheit" hinterher: "Im Finale ist alles möglich." Dieses steigt am Samstag um 19.30 Uhr in Innsbruck.