Erstellt am 14. September 2014, 12:11

von APA/Red

Starkregen in Steiermark, Kärnten und Burgenland. Die massive Regenfront, die seit Freitagabend über die Steiermark gezogen ist, hat für Überschwemmungen und teils auch Hangrutschungen gesorgt.

Von einer weiteren Gewitterfront am Samstagabend waren laut Landesfeuerwehrverband vor allem die Bezirke Leibnitz, Graz-Umgebung, Weiz wie auch Teile des Bezirkes Südoststeiermark betroffen. In Kärnten gab es in der Nacht auf Sonntag erneut Murenabgänge.

Steiermarkweit waren rund 3.500 Feuerwehrleute im Einsatz. Über die Ufer getretene Bäche, überflutete Straßen, Gebäude und landwirtschaftliche Flächen prägten das Bild seit Samstagabend in den betroffenen Gebieten. Mit Tauch- und Schmutzwasserpumpen wurde gegen die Widrigkeiten der Natur gekämpft , vereinzelt mussten laut Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband auch umgestürzte Bäume beseitigt werden. Seit den frühen Morgenstunden sei die Zahl der Notrufe zurückgegangen.

Bezirk Leibnitz besonders schlimm betroffen

Ein Hotspot im Bezirk Leibnitz war die Gemeinde Heimschuh, wo die großflächigen Überflutungen den Einsatz von gleichzeitig zwölf Feuerwehren notwendig machten. Eine Ölmühle stand einen Meter unter Wasser, Sonntagfrüh waren es noch immer 40 Zentimeter. Insgesamt waren im Bezirk 400 Kräfte eingesetzt. In Leibnitz musste ein Pfadfinderlager evakuiert werden, in Kaindorf an der Sulm wurden die Wochenendhäuser am Sulmsee evakuiert, in Untergralla mussten die Pferde eines Reitstalls in Sicherheit gebracht werden. In St. Johann im Saggautal bereiteten zahlreiche Hangrutschungen Sorge: hier mussten Personen über die Nacht ihre Häuser verlassen.

Laut Landeswarnzentrale hat sich die Situation im Bezirk Leibnitz in der Nacht etwas entspannt. Die Pegelstände stagnierten oder waren bereits wieder rückläufig. Im Grazer Stadtgebiet hat der Starkregen am Samstag dazu geführt, dass die Stege, Radwege und Unterführungen entlang der Mur gesperrt werden mussten.

Murenabgänge in Kärnten

In Kärnten hat es in der Nacht auf Sonntag erneut Murenabgänge gegeben, die Straßensperren nach sich gezogen haben. Insgesamt entspannte sich die Situation am Vormittag aber ein wenig, nachdem die Regenfälle nachgelassen hatten. Während der Nacht wurden nur noch fünf Feuerwehreinsätze registriert.

In der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud im Bezirk Wolfsberg geriet am Abend ein bewaldeter Hang ins Rutschen, wodurch eine Stützmauer auf einer Länge von 20 Metern rund drei Meter absackte. Da unmittelbar darunter die Packer Bundesstraße (B70) verläuft, wurde die B70 für den gesamten Verkehr gesperrt. Umgeleitet wurde über die Südautobahn A2. Auch in der Gemeinde Hüttenberg im Bezirk St. Veit/Glan geriet ein Hang in Bewegung. Eine Mure verlegte die Klippitztörl-Landesstraße. Da weitere Rutschungen zu befürchten waren, wurde die Straße gesperrt.

Entspannung im Südburgenland

Im Burgenland hat sich die Hochwassersituation im Bezirk Jennersdorf in der Nacht auf Sonntag deutlich gebessert, teilte das Landesfeuerfeuerwehrkommando Sonntagfrüh mit. Alle Straßen, die am Samstag noch unter Wasser standen, seien wieder passierbar. Neun Feuerwehren seien aber immer noch im Einsatz um die Pumpstation des Abwasserverbandes in Mogersdorf zu sichern und so das Kanalsystem in Gang zu halten.

Auch in Niederösterreich haben die starken Regenfälle der vergangenen Stunden zu ersten Überschwemmungen geführt. Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos trat in der Nacht auf Sonntag in Wolfsthal (Bez. Bruck an der Leitha) ein Teich über die Ufer und setzte mehrere Häuser unter Wasser. Sieben Feuerwehren mit 65 Einsatzkräften waren mit Auspumparbeiten beschäftigt. Vom Starkregen betroffen war auch der Bezirk Baden, wo mehrere Keller unter Wasser gesetzt wurden. Betroffen waren 60 Objekte in den Gemeinden Pottendorf, Mitterndorf und Ebreichsdorf.