Erstellt am 01. Juli 2015, 14:20

Staus kosten bis zu sechs Milliarden Euro jährlich. Laut einer Studie des Instituts für Transportmanagement und Logistik der Wirtschaftsuniversität Wien schlagen sich heimische Staus jährlich mit rund fünf bis sechs Milliarden Euro zu Buche.

 |  NOEN, APA (Symbolbild)

Die Kosten tragen hauptsächlich die Autofahrer selbst. Dies zeige ein neues Stauberechnungsmodell, dass in Zusammenarbeit mit dem ÖAMTC entwickelt wurde.

"Wenn Menschen zur Arbeit fahren, ist Zeit etwas wert", erläuterte Institutsvorstand Sebastian Kummer bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Rund 95 Prozent der gesamten Staukosten entfallen auf solche Zeitverluste, außerdem steigen auch Energie-, Umwelt- und Unfallkosten, wenn es zu Überlastungen auf den Straßen kommt.

Dank dem Staurechner können die Kosten eines Stauerereignisses nun genau beziffert werden. Ausschlaggebend für die Höhe der Summe sind neben Zeitpunkt, Ort und Straßenkategorie auch der Besetzungsgrad der Fahrzeuge und die Kraftstoffart, erläuterte ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau.

"Spielzeug" für jedermann sei der Rechner zwar keines, da viele wissenschaftliche Daten für eine solche Berechnung vonnöten seien, allerdings helfe er, Staukosten - beispielsweise für Projekte - vorzuberechnen oder Aussagen über frühere Staus zu treffen.

Die fünf Kilometer lange Blechschlange, der sich im Juni des Vorjahres auf der Wiener Westeinfahrt gebildet hat, dürfte demnach pro Tag rund 315.387 Euro gekostet haben. Eine angenommene Überbelastung, wie sie bei der Mautstelle Schönberg in den Sommermonaten durchaus auftreten könnte, würde sich auf rund eine Million Euro belaufen.

Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC Interessensvertretung, würde sich - vor allem für die Autofahrer - wünschen, dass die Anzahl der Staus vermindert werden könnte. Er empfiehlt deswegen, Stoßzeiten zu vermeiden, sofern dies möglich ist, plädierte unter anderem aber auch dafür, punktuelle Kapazitätserweiterungen vorzunehmen und auf ein effizienteres Baustellenmanagement zu achten.

In Staugebühren für die Verursacher von Staus, wie sie von der EU bereits angedacht wurden, sieht er keine Zukunft: "Es gibt viele Maßnahmen, die man ergreifen kann, bevor man den Autofahrern in die Geldbörse greift."