Erstellt am 28. Mai 2015, 18:40

von APA Red

Steiermark-Wahl: Strache hofft auf "blaues Wunder". Der steirische Landtagswahlkampf neigt sich sichtlich dem Ende zu: Am Donnerstagabend leistete FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Graz noch einmal Schützenhilfe für den freiheitlichen Spitzenkandidaten Mario Kunasek.

Bei einer Pressekonferenz vor der großen Abschlusskundgebung hoffte er auf ein "blaues Wunder" von über 20 Prozent Stimmenanteil am Sonntag.

Kunasek: "Glaube, dass alles möglich ist"

"Wir erwarten uns das historisch beste Ergebnis bei dieser Landtagswahl", bekräftigte FPÖ-Landesrat Gerhard Kurzmann das Ziel, 17,5 Prozent zu überspringen. "Ich glaube, dass alles möglich ist", gab sich Spitzenkandidat Kunasek optimistisch.

Mit den Themen Asyl, Zuwanderung, Wohnen und Arbeit sei man "richtig gelegen", man erlebe in vielen Bereichen, dass Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) und sein Vize Hermann Schützenhöfer (ÖVP) versagt hätten.

Strache ortete diesbezüglich Parallelitäten zur Bundespolitik und kritisierte negative Entwicklungen auf beiden Ebenen wie die Verschuldungssituation, "Rekordarbeitslosigkeit" oder die Armutsentwicklung.

Beim eigentlichen Wahlkampffinale - ab 18.00 Uhr standen am Grazer Hauptplatz Reden von Kurzmann, Kunasek und eben Strache am Programm - wollte Strache dann auch wieder einmal "Parallelgesellschaften" islamischer Vereine, die vorwiegend aus dem Ausland finanziert würden, thematisieren.

Protestmarsch: Polizei-Aufgebot in der Innenstadt

Er sei jedenfalls "sehr, sehr zuversichtlich", dass man am Sonntag im Burgenland zweistellig werde und in der Steiermark vielleicht "sogar ein blaues Wunder" von über 20 Prozent schaffe.

"Man merkt einfach diese Aufbruchsstimmung hier im Land." Optimistisch stimmt Strache unter anderem, dass Landeshauptmann Voves "nervös" sei und "er selbst eigentlich als Hassprediger negativ aufgefallen ist", indem er die Freiheitlichen als "Rattenfänger" und ihre Wähler damit als Ratten bezeichnet habe.

Den steirischen Wahlkampf, indem am ehesten die FPÖ mit ihrem Asylthema Aufreger war, bezeichnete Strache auf Nachfrage als "herzlich und konsequent" - "das wird das zarte Vorspiel sein, bis wir dann zur Mutter aller Wahlschlachten kommen, nämlich nach Wien". In der Bundeshauptstadt will Strache im Herbst ja die 30 Prozent überspringen.

Am Hauptplatz sorgte indes schon einmal die für die Blauen obligatorische John Otti Band für Stimmung. Die Polizei ist seit dem Nachmittag mit einem Großaufgebot vor Ort. Zeitgleich findet nämlich in der Innenstadt ein Protestmarsch gegen die FPÖ statt.

Bei der Polizei rechnete man durchaus damit, dass sich einige Demonstranten dann Richtung Hauptplatz weiterbewegen. Kunasek gab sich im Vorfeld gelassen: "Wenn die nicht mehr kommen, machen wir irgendwas falsch."