Erstellt am 18. August 2014, 21:40

von APA/Red

Steinegger verhaute 200m-Rücken-Halbfinale. Das erste EM-Semifinale in ihrer Schwimm-Karriere hat Jördis Steinegger am Montag bei den kontinentalen Langbahn-Titelkämpfen in Berlin auf Rang 14 beendet.

Die 31-Jährige konnte sich gegenüber Vorlaufplatz 13 zeitlich nicht steigern und schlug in 2:16,10 Minuten an. Den Aufstieg in einem von ihr verpatzten Rennen in den Endlauf der Top acht verpasste sie um 4,2 Sekunden.

"Das hätte ein schönes Rennen sein sollen", fasste Steinegger ihre Enttäuschung in Worte. "Dabei habe ich den Start nicht erwischt, bin abgerutscht und bin in die Leine reingeschwommen." Das lag an Orientierungsschwierigkeiten, denn im Velodrom bietet sich für Rückenschwimmer im Vergleich zu einer Schwimmhalle kaum ein Anhaltspunkt. Aber allein ausschlaggebend war das für die Leistung der österreichischen Rekordinhaberin eben nicht.

Steinegger: "Ich hatte kein Wasser in der Hand, es war einfach kein sauberes Rennen. Dabei habe ich mich beim Einschwimmen gut gefühlt." Danach habe sie sich auch überhaupt nicht ausgepowert gefühlt. "2:16 bei einer EM - das schwimme ich sonst bei Landesmeisterschaften." Ihre OSV-Bestzeit hatte die Steirerin im April in Eindhoven mit 2:12,49 markiert. "Damals war es so leicht gegangen, jetzt war es nur Krampf", hatte sie schon nach dem Vorlauf gemeint.

Ungarin triumphierte über 400 m Lagen

Einen der beiden Semifinalplätze hinter Steinegger belegte Katinka Hosszu, die Ungarin mit dem Mammutprogramm schonte sich für ihre anderen zahlreichen Rennen. Zudem hatte sie nur rund eine Viertelstunde davor über 400 m Lagen in 4:31,03 triumphiert. Erst auf der letzten Länge war die 25-Jährige hinter ihre Europarekord-Marschroute gefallen. Wie sie hatte auch Velimir Stjepanovic über 400 m Kraul das Finale von Beginn an angeführt. Der Serbe siegte in 3:45,66.

Die anderen beiden Medaillenentscheidungen der ersten Finalsession waren die kurzen Kraulstaffeln. Bei den Damen setzte sich über die 4 x 100 m nach Disqualifikation Dänemarks Schweden in 3:35,82 durch, womit Sarah Sjöström ihr erstes Gold bei diesen Titelkämpfen einheimste. Davor hatte die 20-Jährige im Delfinsprint-Semifinale mit Europarekord dominiert. Die Herren-Staffel wurde im Dreikampf mit Russland und Italien in 3:11,64 eine Beute von Frankreich.

Von den anderen OSV-Schwimmern überzeugte David Brandl über 400 m Kraul mit Rang 15. Die anderen acht im Einsatz gewesenen OSV-Aktiven schieden aus, das passierte auch den Stars Paul Biedermann und Yannick Agnel.

"Ich habe mir definitiv mehr erwartet"


Der deutsche Weltrekordler und der französische Olympiasieger verbummelten ihren 400-m-Vorlauf und wurden nur Neunter bzw. Elfter. Lediglich die Top acht kamen weiter. Brandl verlor in 3:51,09 Minuten nur wenig auf die beiden Asse, auf den Aufstieg fehlten 74/100. "Die Zeit ist nicht schlecht, aber ich habe mir definitiv mehr erwartet", sagte der Perger. "Ich habe mir gedacht, dass sich das Finale ausgeht." Christian Scherübl trat zugunsten der 200 m Kraul nicht an.

Auf ein Weiterkommen hatte auch Martin Spitzer gehofft, sein Laufsieg über 50 m Delfin in 24,31 Sekunden war dafür um 24/100 zu langsam. "Das war nichts", meinte der Steirer, seit kurzem Magister in Geschichte. "Ein bisschen hat mir der Punch gefehlt."Über 50 m Delfin der Damen lieferte Lisa Zaiser (25.) in 27,29 ebenso einen guten Test für die 200 m Lagen wie Jakub Maly (43.) über 100 m Brust in 1:03,11. Beides bedeutete auf ihren Nebenstrecken persönliche Bestzeit.

Die anderen fünf ins temporäre Becken gesprungenen Österreicher sind Nachwuchsleute, für die meisten war es die Premiere bei einem Großereignis der allgemeinen Klasse. Der auch sonst in Berlin stationierte Felix Auböck kam über 400 m Kraul auf 3:54,94 (33.), im Delfinsprint Caroline Pilhatsch (36.) und Katharina Egger (38.) auf 28,80 und 29,05 bzw. Filip Milcevic (48.) auf 24,96 sowie Heiko Gigler (53.) in seinem Lagen-Test über 100 m Brust auf 1:04,75.