Erstellt am 03. Juni 2015, 23:07

Steirer attackierte Nachbarn - Achtjährige in Lebensgefahr. Ein 52-jähriger Oststeirer soll am Mittwoch seine beiden Nachbarskinder mit einer offenbar selbst gebastelten Stichwaffe attackiert und schwerst verletzt haben.

 |  NOEN, APA

Eine Achtjährige musste mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital, ihre sechsjährige Schwester kam mit leichteren Verletzungen davon. Auch die Mutter und ein weiterer Nachbar, der mit einer Gaspistole dazwischen ging, sind verletzt.

Die Ursache für die Attacke war am Abend noch unklar. Vermutlich war ein Nachbarschaftsstreit nahe Feldbach (Bezirk Südoststeiermark) im Freien eskaliert. Der Mann ging mit dem werkzeugähnlichen Gegenstand auf die Mädchen los, die Mutter schritt ein und auch der andere Nachbar - es sind drei Häuser nebeneinander - wurde aufmerksam. Er dürfte die Kinderschreie gehört haben und schnappte sich seine Gaspistole. Mit der gab er drei Schüsse ab, sagte Maximilian Ulrich, Sprecher der Landespolizeidirektion Steiermark. Dann fügte der Angreifer ihm auch noch eine Verletzung am Unterarm zu.

Täter rief selbst bei Polizei an - und flüchtete

Laut Medienberichten soll der Täter anschließend selbst bei der Polizei angerufen haben. Er habe gesagt, ein Kind erstochen zu haben und er drohte, weitere Menschen umzubringen. Diese Angaben wollte die Polizei aber vorerst nicht bestätigen. Der 52-jährige allein lebende Mann ergriff jedenfalls nach der Attacke die Flucht. Der Notarzt musste daher mit Polizeieskorte zur Achtjährigen gebracht werden.

Die Spezialeinheit Cobra stürmte das Haus des Verdächtigen, weil vermutet wurde, dass er sich darin verschanzt hat. Doch von ihm fehlte jede Spur. Am Abend wurde unter anderem mit einem Hubschrauber nach ihm gesucht. Rund 30 Beamte waren an Ort und Stelle im Einsatz.

Das achtjährige Mädchen wurde vom Notarzthubschrauber Christophorus 12 in die Kinderklinik des LKH Graz geflogen. Nach Angaben des ÖAMTC hatte das Kind "lebensgefährliche Stichverletzungen" erlitten. Schon der Anflug erfolgte unter schwersten Sicherheitsvorkehrungen, weil der mutmaßliche Täter noch auf der Flucht war. Per Eskorte wurde die kleine Patientin zum Hubschrauber gebracht, der innerhalb kürzester Zeit wieder abhob.