Erstellt am 13. März 2016, 10:50

von APA/Red

Stimmzettel-Rekord bei BP-Wahl unwahrscheinlich. Fünf Tage vor Ende des Unterschriftensammelns ist es sehr fraglich, dass der Stimmzettel für die Hofburg-Wahl Rekordlänge erreicht.

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Nötig wären dafür sieben Bewerber. Bisher ist erst eine Kandidatin, Irmgard Griss, fix. Die vier Partei-Kandidaten schaffen die 6.000 Unterschriften sicher, Elfriede Awadalla vielleicht. Für Richard Lugner "schaut es schlecht aus". Bis Freitag ist Zeit zum Sammeln.

Die parteiunabhängige Griss hat am Dienstag als Erste die nötigen Unterstützungserklärungen im Innenministerium eingereicht. Da waren es 7.851, am Freitag lag sie schon bei über 10.000. Abgesehen vom Werbewert und der Motivierung der Anhänger spielen aber weder Einreichzeitpunkt noch Anzahl eine Rolle. Denn die Bewerber werden am Stimmzettel streng nach dem Alphabet gereiht.

Womit die Millionen-Show-Siegerin und Dialekt-Autorin Elfriede Awadalla auf Platz 1 stünde. Ob sie es schafft, ist jedoch fraglich. Sie müsste in der nächsten Woche noch 2.000 Unterschriften sammeln. In der vergangenen Woche kamen nur mehr 1.000 dazu - nachdem anfangs 3.000 in der linken "Szene" abgeholt worden waren. Bei der Wien-Wahl stand Awadalla auf der Liste des KPÖ-Piraten-Bündnisse "Wien anders", das es auf fast 9.000 Stimmen brachte.

Noch wesentlich mehr Zuspruch gab es für Robert Marschall bei der EU-Wahl 2014. Die von ihm angeführte Liste "EU-Stop" lukrierte fast 78.000 Stimmen. Wie die jetzige Unterschriftensammlung läuft, will er nicht verraten. Aber gegenüber der "Kleinen Zeitung" zeigte er sich wenig optimistisch, die Präsidentschafts-Hürde zu nehmen.

Das gilt auch für Richard Lugner. "Wir laufen Gefahr, höchstens 5.000 zu erreichen", war seine Auskunft gegenüber der APA nach zweieinhalb Wochen - in denen er mit allen Mitteln versucht hatte, die Wahlberechtigten auf die Wiener Bezirksämter zu bekommen. Für die Belohnung mit einem Kino-Gutschein handelte er sich sogar eine Anzeige des Innenministeriums ein, zuletzt versuchte er es mit einem großen "Unterstützerfest" mit gratis Gulasch und Bier.

Immer noch bedeckt halten sich die Parteikandidaten. Wobei die FPÖ immerhin kein Geheimnis daraus macht, dass die 6.000 Unterschriften erreicht sind; näheres erfährt man vielleicht am Montag in einer Pressekonferenz. SPÖ, ÖVP und Grüne wollen die Karten erst zu Einreichschluss auf den Tisch legen. Aber es besteht kein Zweifel, dass Norbert Hofer (FPÖ), Rudolf Hundstorfer (SPÖ), Andreas Khol (ÖVP) und Alexander Van der Bellen (Grüne) zur Wahl stehen.

Eine große Überraschung wäre es, sollte es auch eine der zahlreichen Privatpersonen schaffen, die sich um die Hofburg-Kandidatur bemühen. Ohne Parteiapparat und mit geringer medialer Aufmerksamkeit ist es allerdings so gut wie unmöglich, von ihnen zu hören. Der Autor und Künstler Adrien Luxemburg gab zuletzt an, "laut Mitarbeiterteam" schon 3.570 Unterschriften gesammelt zu haben. So wie er versuchen es auch die steirische Energetikerin Karin Kolland, der frühere Hochsee-Kapitän und jetzige Unternehmensberater Gustav Jobstmann, der Generalsekretär der "Interessensgemeinschaft liberales Waffenrecht in Österreich" Georg Zakrajsek, der Wiener Arzt Thomas Unden, Thomas Reitmayer vom Österreich-Ableger der deutschen Satire-Truppe "Die Partei", Erich Körner-Lakatos, Publizist mit dem Motto "Befürworter einer Flüchtlingspolitik a la Viktor Orban", der Steirer Peter Fetz oder der frühere "Rosengraf" von Schloss Felling und jetzige "Auslandsösterreicher" Lorentz Gudenus.

Zeit haben sie alle noch bis Freitag, 18. März, um 17.00 Uhr. Ganz fix ist das Kandidatenfeld erst kurz vor Ostern. Denn nach Einreichschluss muss die Bundeswahlbehörde die Unterstützungserklärungen prüfen. Am Gründonnerstag - am 24. März - werden die Wahlvorschläge abgeschlossen und veröffentlicht. Dann können gleich nach Ostern die Stimmzettel für den 24. April gedruckt werden.