Erstellt am 05. Mai 2016, 10:18

von APA/Red

Strache fordert Referendum. FPÖ-Parteichef Heinz Christian Strache hat sich für die Wiedervereinigung Tirols ausgesprochen.

 |  NOEN, APA (fotokerschi.at)

"Ich will die bestehende Wunde heilen und Tirol die Möglichkeit geben, sich wieder zu vereinen", sagte Strache im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica". Südtirol solle die Möglichkeit zur Selbstbestimmung gegeben werden. Es solle frei über seine Zukunft entscheiden können.

Strache erklärte, dass Österreichs Grenzkontrollen am Brenner eine "Notstandslösung" seien. "Wenn man nicht angemessen die EU-Außengrenzen schützt, wenn ihr Italiener weiterhin Migranten einreisen lässt, als wärt ihr Staatsschlepper, ist das nicht in Ordnung. Österreich muss sich schützen.

Italiens Premier Matteo Renzi tut nichts anderes, als die Migranten hierher einzuladen, nicht wahr? Genau wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wir müssen uns schützen", kritisierte Strache.

"Wer nichts vorschlägt, hat nichts gelernt"

Der FPÖ-Chef warnte vor der "Sozialromantik der Willkommenspolitik". Die einreisende Flüchtlinge seien keine Akademiker, wie man oft erzähle, sondern unter ihnen würde es viele Analphabeten geben. "Und es gibt Terroristen, die sich unter die Flüchtlinge mischen, wie es die Anschläge in Europa bezeugen", sagte Strache. Seine Partei kämpfe gegen die "Islamisierung Europas".

Strache zeigte sich vom Sieg des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer bei der Bundespräsidenten-Stichwahl am 22. Mai überzeugt. "Wir stehen vor einer Wende, vor einer neuen politischen Ära. Dieses verkrustete System aus zwei Parteien ist zu Ende. Das verdanken wir der außerordentlichen Persönlichkeit unseres Kandidaten Hofer (...) Hofer wird der Verteidiger der Interessen des österreichischen Volks sein", so Strache.

"Bedeutungslos" ist für den berühmten Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner der Vorstoß von Strache für eine Wiedervereinigung Tirols. Die Freiheitlichen nannte Messner gegenüber ANSA "Populisten, die den Frieden in Südtirol zerstören". "Wer heute so etwas vorschlägt, hat nichts aus 1937 und der Tragödie Südtirols gelernt."