Erstellt am 21. Mai 2016, 14:11

Strache zog in Graz nochmals gegen "System" vom Leder. Den Landesparteitag der steirischen FPÖ am Samstag in Graz hat FPÖ-Chef Heinz Christian Strache erneut zu Attacken auf Präsidentschaftkandidat Alexander Van der Bellen und den ORF genützt. Er sprach von der "wichtigsten Richtungsentscheidung" der letzten Jahre, nämlich ob "das rot-schwarz-grüne System weitermachen kann, oder ob wir einen Bundespräsident Norbert Hofer haben, der es kontrolliert".

 |  NOEN, APA (AFP)

Strache sagte bei seinem Referat im Tagungszentrum der Grazer Messe, er sei noch immer dankbar, dass es gelang, Norbert Hofer zu überzeugen, als Bundespräsidentschaftskandidat anzutreten. "Ich bin felsenfest überzeugt, dass für den Mensch Norbert Hofer immer die österreichische Bevölkerung an erster Stelle steht, nicht Lobbys und Schickeria-Vertreter. Das Recht geht vom Volk, nicht von Parteisekretariaten aus. Das rotschwarze System ist nervös geworden", befand Strache. Dann setzte es einen Angriff auf den neuen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). Dieser habe sich noch nie einer demokratischen Wahl gestellt und sei nur "im geschützten Staatsbereich Verbund und ÖBB tätig gewesen".

"Mit Hofer haben wir die Möglichkeit einen Bundespräsidenten sicherzustellen, der Kontrolle über das System ausübt, von der Politik bis in den ORF", sagte Strache: "Das wäre das erste Mal, dass jemand das rot-schwarz-grüne System kontrolliert, diese rot-schwarze Suppe mit grünem Schnittlauch". Hinsichtlich der Debatte um die ORF-Berichterstattung zu einem schon länger zurückliegenden Israel-Besuch von FPÖ-Hofburg-Kandidat Norbert Hofer sprach Strache von "übelsten Auftragsmanipulationsmethoden, einer falschen Recherche, das muss zu Konsequenzen führen". Der ORF hätte "auf Englisch recherchieren müssen, nicht auf Deutsch", so Strache zum Gaudium der Parteitagsbesucher.

Zu Van der Bellen sagte er: "Ein unabhängiger Kandidat, da lachen ja die Hühner". Dieser habe gesagt, er werde nicht bereit sein, "uns anzugeloben. Wir brauchen keine grüne Diktatur in Österreich". Strache kritisierte auch die seiner Ansicht nach schwankenden Haltungen Van der Bellens zu TTIP und sein Eintreten für "eine unverantwortliche Willkommenspolitik". Kurz ging Strache auf Hofers Behinderung nach einem Paragleit-Unfall ein: "Wer so etwas erlebt hat, für den hat das Schicksal noch etwas ganz besonderes bereit, morgen bei der Wahl".