Erstellt am 23. Oktober 2014, 15:09

Straßensperren und Überschwemmungen in Österreich. Die starken Niederschläge haben seit der Nacht auf Donnerstag vor allem im Bundesland Salzburg zu kleinen Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen wegen des Schnees geführt.

In Oberösterreich kam es zu lokalen Überflutungen, in Tirol waren zahlreiche Haushalte ohne Strom und in Vorarlberg führte der Wintereinbruch zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

In Salzburg musste die Tauernautobahn am Vormittag im Bereich des Katschberg- und auch des Tauerntunnels in Fahrtrichtung Norden und Süden gesperrt werden, weil Fahrzeuge hängen geblieben waren bzw. ein Baum umgestürzt war, so die Polizei. Die Sperren konnten aber zu Mittag wieder aufgehoben werden.

Laut Asfinag sind im Bereich des Nordportals des Tauerntunnels in den vergangenen zwölf Stunden rund 70 Zentimeter Neuschnee gefallen. Seit den Morgenstunden stehen der Streckendienst und Abschleppunternehmen im Dauereinsatz. Die Räumfahrzeuge selbst sind auf der A10 schon seit den Nachtstunden permanent unterwegs.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Auch die Feuerwehren waren den ganzen Vormittag noch beschäftigt. Mit Stand 12.30 Uhr befanden sich im ganzen Bundesland 21 Feuerwehren im Einsatz, zum Teil, um umgestürzte Bäume zu entfernen, zum Teil, um überflutete Keller oder Unterführungen auszupumpen.

In den Gebirgsgauen war es der Schnee, der vielerorts zu Behinderungen führte. Teils blieben Fahrzeuge hängen, teils knickten Bäume durch die Schneelast und blockierten die Straßen, so zum Beispiel auf der Pass-Thurn-Straße bei Mittersill (Pinzgau), die wegen umgestürzter Bäume komplett gesperrt war. Auch die Verbindung zwischen Filzmoos im Pongau und der steirischen Ramsau war unterbrochen. Auf allen höher gelegenen Verbindungen herrschte Kettenpflicht für Lastwagen, zum großen Teil auch für Autos. Die Großglockner Hochalpenstraße ist bereits seit Mittwoch früh gesperrt.

Keller mussten ausgepumpt werden

In den niedriger gelegenen Gegenden standen wegen des starken Regens mehrere Unterführungen oder Keller unter Wasser. Die Feuerwehr vermeldete am Vormittag insgesamt 21 Einsätze durch 14 Feuerwehren, die Hälfte davon im Flachgau wegen Auspumparbeiten. In den Gebirgsbezirken beschäftigten vor allem gebrochene Bäume die Hilfskräfte, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos.

Nach den Sturmschäden mussten die steirischen Einsatzkräfte bis Donnerstagmittag vor allem im Bezirk Liezen mit vermehrten Niederschlägen kämpfen. Acht Freiwilligen Feuerwehren wurden zu kleinräumigen Überschwemmungen an Bächen und zu überfluteten Kellern gerufen. In den Bergen fiel teils kräftig Schnee.

Laut Christoph Schlüßlmayr vom Bereichsfeuerwehrverband Liezen hatte sich die Hochwasser-Lage bis zum Nachmittag etwas entspannt, doch noch bis Freitagmittag sei man wegen der Sturm- und Wetterwarnung in erhöhter Alarmbereitschaft.

Verkehrsbehinderungen durch Wintereinbruch

In Vorarlberg führte der Wintereinbruch in der Nacht auf Donnerstag zu zahlreichen Behinderungen. Umgestürzte Bäume und Erdrutsche verursachten unter anderem im Bregenzerwald und auf der Faschinastraße (L88) Verkehrsprobleme. Auf allen höher gelegenen Straßen bestand allgemeine Winterreifenpflicht. Die Zahl der Verkehrsunfälle hielt sich vorerst in Grenzen.

Lawinengefahr bestand auf der Lechtal Straße (L198), der Abschnitt zwischen Lech und Warth war deshalb in beiden Richtungen gesperrt. Ebenfalls gesperrt waren die Silvrettastraße (L188) zwischen Partenen und der Vorarlberger Landesgrenze sowie die Silvretta Hochalpenstraße und die Laternserstraße (L51) zwischen Laterns und Damüls. Im Bregenzerwald zwischen Krumbach und Hittisau und bei Doren gab es Verkehrsbehinderungen infolge von Erdrutschen.

Wegen des anhaltenden Regens kam es in Oberösterreich zu lokalen Überflutungen. Die Feuerwehren mussten Donnerstagvormittag nach wie vor ausrücken und vor allem Garagen und Keller auspumpen. Besonders betroffen war das Salzkammergut: Allein in Bad Ischl (Bezirk Gmunden) standen bis zu 200 Mann im Einsatz, berichtete Michael Zeppezauer von der Freiwilligen Feuerwehr im Gespräch.

Neuschnee sorgte in der Nacht auf Donnerstag in Tirol für Behinderungen. Umgestürzte Bäume verursachten unter anderem am Fernpass Verkehrsprobleme. Zahlreiche Haushalte waren ohne Strom. Die Arlbergbahnstrecke war zwischen Landeck und Bludenz unterbrochen. Bei Verkehrsunfällen wurden mehrere Personen verletzt. Die Autofahrer waren nach Angaben der Polizei mit Sommerreifen unterwegs.

Vor allem in den Salzburger Nordstaulagen erwarten die Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in den nächsten Stunden noch deutlich mehr Schnee. Von Lofer ostwärts können es rund 50 Zentimeter werden, in den Tauern könnten noch bis zu 30 Zentimeter dazu kommen. In Tirol und Vorarlberg sollte sich die Lage deutlich beruhigen.

In Vorarlberg erwartet die ZAMG in den nächsten Stunden kaum mehr nennenswerte Schneemengen. Am ehesten dürfte es noch in den Staulagen Niederschläge geben, etwa im Bregenzer Wald. Auch im Tiroler Oberland ist das gröbste vorbei.

Anders im Unterland: Dort sollten noch 20 bis 40 Millimeter Niederschlag zu den 100 bereits gefallenen dazu kommen. In Seehöhen zwischen 1.000 und 1.300 Metern ist der Schnee so nass, dass er auf den Untergrund drückt. Die Schneedecke wird kompakter.

In Salzburg wird es hingegen anhaltend regnen bzw. schneien. Der Schwerpunkt ist der Nordstau. Die Schneefallgrenze steigt bis Freitag früh auf 1.300 Meter. Weniger betroffen wird der Lungau sein, wo kaum noch nennenswerte Mengen dazu kommen.