Erstellt am 05. November 2014, 14:48

Stromausfälle nach Föhnsturm in Kärnten und Tirol. Der Föhnsturm der vergangenen Stunden hat in Teilen Kärntens einige Schäden verursacht.

Im Bezirk Spittal waren laut Polizeiangaben wegen eines beschädigten Strommasts vorübergehend 300 Haushalte ohne Strom. Ursache war ein Glimmbrand wegen eines defekten Isolators an einer 20-KV-Stromleitung. Auch in Tirol kam es zu Ausfällen, nachdem Bäume auf Stromleitungen gestürzt waren.

Im Südwesten Kärntens brachte der Sturm - mit Orkanböen entlang der Hohen Tauern - auch große Regenmengen. Wegen der Niederschlagsprognose hatte der Verbund bereits am Dienstag begonnen, die Drau-Stauseen Rosegg, Feistritz und Edling (Völkermarkter Stausee) um 2,5 Meter abzusenken.

Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist vor allem in den Bezirken Hermagor, Villach-Land und Spittal mit größeren Niederschlagsmengen zu rechnen. In den Karawanken kann es besonders intensiv regnen. Östlich von Klagenfurt wird es hingegen kaum Niederschlägen geben.

Tiroler Einsatzkräfte gefordert

Orkanartige Föhnböen haben in der Nacht auf Mittwoch auch in Teilen Tirols die Feuerwehren auf Trab gehalten. Besonders betroffen war der Bezirk Innsbruck-Land, wo ein Feuerwehrmann durch Gebäudeteile verletzt wurde. Entwurzelte Bäume blockierten Straßen. Auch der Bahnverkehr war betroffen.

Straßensperren gab es in der Nacht nach Angaben der Polizei in Hall, Absam, Gnadenwald, im Wipp- und Stubaital. Die Brennerbundesstraße (B182) musste im Gemeindegebiet von Gries am Brenner wegen umgefallener Bäume für einige Zeit gesperrt werden. Auch die Autobahnausfahrt Hall-Mitte war aufgrund eines entwurzelten Baumes kurzfristig gesperrt. Im Bezirk Innsbruck-Land wurden die Dächer mehrerer Häuser abgedeckt. Am Mittwochvormittag waren nach wie vor Haushalte in sieben Gemeinden von Stromunterbrechungen betroffen.

In Hall wurde ein Feuerwehrmann durch herabfallende Dachteile am Kopf getroffen. Er wurde verletzt in das Krankenhaus Hall eingeliefert. In der Nacht auf Mittwoch wurde nach Angaben der ÖBB die Oberleitung im Güterbahnhof Hall durch eine verwehte Plane beschädigt. Zwischen Wattens und Hall wurde die Oberleitung durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Bis 1.00 Uhr war die Strecke unterbrochen, danach eingleisig bis zum Frühverkehr. Deshalb gab es auch vereinzelt Verspätungen bei den S-Bahnen nach Innsbruck. Im Güterbahnhof Hall traten massive Verschubbehinderungen auf.

Eine S-Bahn-Garnitur blieb am Dienstagabend zwischen der Abzweigung "Fritzens/Wattens 2" und Hall außerhalb des Bahnsteigbereichs hängen und musste evakuiert werden. Die Feuerwehr brachte 15 Passagiere in Sicherheit. Verletzt wurde niemand.

In Salzburg hat der Föhnsturm laut Landesfeuerwehrkommando nur in der Gemeinde Stuhlfelden (Pinzgau) Probleme bereitet. Dort haben in der Nacht auf Mittwoch Böen etliche Bäume gebrochen, die zum Teil auf eine Gemeindestraße gestürzt sind. Drei Häuser mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, weil die Gefahr bestand, dass Bäume auf sie fallen, so Feuerwehrkommandant Martin Mayrhofer. Probleme bei der Stromversorgung gab es im Bundesland Salzburg so gut wie keine.