Erstellt am 24. Juli 2015, 11:49

von Martin Gruber-Dorninger

Herzschlag setzte während Schwimmen aus. Wieder kam Badegast nicht mehr aus den Tiefen der Donau empor. Freunde und Einsatzkräfte stellten Herzschlag des 80-Jährigen wieder her.

 |  NOEN, FF-Kritzendorf
Keine zwei Woche ist es her, dass Schwimmer in Klosterneuburg beobachteten, wie ein Wiener (85) plötzlich unterging. Am Dienstag wurde der Leichnam des Pensionisten gefunden ( ).

Zu ähnlichen Szenen kam es gestern im Strombad Kritzendorf.  Ein 82-Jähriger - laut einem Bericht der Gratiszeitung "Heute" dürfte es sich um "Krone"-Urgestein Ernst Trost handeln - verbrachte den Tag mit zwei Bekannten im Strombad. Bei einer Abkühlung in der Donau hörte plötzlich das Herz des 82-Jährigen zu schlagen auf und er ging ebenfalls unter.

x  |  NOEN, APA (Archiv)

Freunde begannen sofort mit Reanimation

Die Freunde reagierten geistesgegenwärtig und zogen den bewusstlosen Mann ans Ufer. Dort riefen sie sofort die Einsatzkräfte und begannen mit der Reanimation. Die Rettungsleitstelle entsendete sofort einen Notarztwagen und parallel die First-Responder Kritzendorf. Dazu gehören im Strombad auch Ehrenkommandant Johann Caha und Feuerwehrmann Rettungssanitäter Günther Eichinger.

Binnen Minuten waren sie vor Ort und übernahmen die Wiederbelebungsmaßnahmen. Wenig später begann das Herz des Pensionisten wieder zu schlagen, der Patient konnte per Rettungshubschrauber Christophorus 9 in die Intensivstation transportiert werden.

"Krone"-Urgestein Ernst Trost

Der Starkolumnist und langjährige Weggefährte des legendären "Krone"-Gründers Hans Dichand werde derzeit intensivmedizinisch betreut, war dazu am Freitag zu hören.

Lesern der "Kronen Zeitung" ist Trost seit der Gründung der größten österreichischen Tageszeitung durch seine tägliche Kolumne "Was dahinter steckt" bekannt. Daneben verfasste der "Krone"-Journalist eine ganze Reihe von Büchern. Eines seiner populärsten Werke: "Das blieb vom Doppeladler".

Der gebürtige Steirer begann seine journalistische Karriere 1954 bei der "Kleinen Zeitung" in Graz, wo er auch auf den 2010 verstorbenen "Krone"-Herausgeber Hans Dichand traf. Dichand war damals Chefredakteur der "Kleinen". 1955 ging Trost mit Dichand nach Wien zum "Kurier". Als Dichand 1959 gemeinsam mit Kurt Falk die "Kronen Zeitung" gründete, war auch Trost als einer der ersten Redakteure der neuen Zeitung mit an Bord.

1970 übernahmen Dichand und Falk den Boulevard-Konkurrenten "Express", und Trost fungierte bis zur Einstellung des Blattes im April 1971 als "Express"-Chefredakteur. Danach widmete er sich in der "Krone" wieder außenpolitischen Themen und verfasste seine tägliche Kolumne. 1971 wurde Trost mit dem Karl-Renner-Publizistikpreis ausgezeichnet, 2011 bekam er den Leopold-Kunschak-Pressepreis.

Trost war es auch, der im Juni 2010 in der "Krone" den Nachruf auf Hans Dichand ("Ein Leben für die 'Kronen Zeitung'") beisteuerte. "Die Zeitung war sein Leben", hieß es darin. Trosts bisher letzte "Was dahinter steckt"-Kolumne widmete dieser Ende Juni unter dem Titel "So viel Abschied" einem sentimentalen Rückblick auf verstorbene Medien-Größen der 60er-Jahre wie Gerd Bacher, Fritz Molden und Hans Dichand.