Erstellt am 01. Mai 2015, 13:25

von APA/Red

Sturm gegen Rapid als richtungsweisendes Duell um Platz zwei. Mit dem Spitzenspiel der 31. Fußball-Bundesliga-Runde zwischen Sturm Graz und Rapid geht das Duell um Platz zwei in die heiße Phase.

Die beiden Clubs kämpfen gemeinsam mit SCR Altach um den Vizemeistertitel, der im Sommer ein Antreten in der Champions-League-Qualifikation garantiert.

Vor der Partie am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins, Sky) in der ausverkauften UPC-Arena ist Rapid mit 53 Punkten in der Pole Position, dahinter folgen die Vorarlberger (52) und die Steirer (51). Laut Sturm-Coach Franco Foda wird das Rennen um Rang zwei unabhängig vom Resultat in Graz erst im Saisonfinish entschieden. "Dieses Match wird darüber keine Entscheidung bringen. Es ist wichtig, aber nicht vorentscheidend. Es wird bis zum Schluss spannend bleiben", betonte der Deutsche.

"Blackys" mussten kleinen Dämpfer hinnehmen

Obwohl seine Truppe zuletzt durch das 4:4 beim SC Wiener Neustadt einen kleinen Dämpfer hinnehmen musste, präsentierte sie sich in den vergangenen Wochen dennoch in guter Verfassung. Aus den jüngsten fünf Partien holten die "Blackys" 13 Punkte, die Bilanz der vergangenen sieben Heimspiele steht bei sechs Siegen und einem Unentschieden.

Durch diesen Aufwärtstrend stieg auch das Publikumsinteresse. Bereits seit 21. April ist die Partie mit rund 15.300 Zuschauern - davon 1.300 im Lager von Rapid - ausverkauft. Zuletzt waren am 24. August 2011 im Rückspiel der Steirer im Champions-League-Play-off gegen BATE Borisow alle Tickets in der UPC-Arena vergriffen. Das bisher letzte Liga-Heimmatch vor vollem Haus trug Sturm am 25. Mai 2011 gegen Wacker Innsbruck aus, als der Meistertitel gefeiert wurde.

"Unsere Anhänger sind zurecht euphorisch"

Foda nahm den Fan-Ansturm zufrieden zur Kenntnis. "Unsere Anhänger sind zurecht euphorisch, weil wir daheim wieder eine Macht geworden sind. Die Erwartungshaltung wurde nach oben geschraubt, die Spieler können aber mit diesem Druck gut umgehen", meinte der 49-Jährige.

Der Optimismus bei Foda ist trotz fünf siegloser Pflichtspiele und drei Niederlagen in Folge gegen Rapid groß. "Meine Mannschaft entwickelt viel Power und Druck nach vorne und hat auch gezeigt, dass sie fähig ist, einen Rückstand wettzumachen. Sie glaubt an sich, das hat sich in den letzten Monaten stark verbessert", sagte der Meistermacher von 2011. Foda hat allerdings in der Defensive Personalsorgen: Michael Madl, Lukas Spendlhofer und Christian Klem hatten in dieser Woche mit Fitnessproblemen zu kämpfen.

Die Vorfreude Fodas auf die Partie wird dadurch nicht getrübt. "Wir stehen vor einem echten Spitzenspiel. Partien gegen Rapid waren immer mit vielen Emotionen und Begeisterung verbunden."

"Wir werden alles dafür tun, um das Match für uns zu entscheiden"

Ähnlich äußerte sich Rapid-Trainer Zoran Barisic. "Wir können uns auf ein super Spiel vor toller Kulisse einstellen. Es ist eine sehr große Herausforderung, aber wir werden alles dafür tun, um das Match für uns zu entscheiden. Wir sind von unseren Stärken überzeugt und werden Sturm einen harten Kampf liefern." Den Heimvorteil für Sturm wollte der Wiener nicht überbewerten: "Es ist schöner, vor ausverkauftem Haus zu spielen als zum Beispiel in Grödig oder Wiener Neustadt."

Für Steffen Hofmann haben Duelle mit Sturm eine besondere Bedeutung. "Das ist neben uns der einzige Verein, der noch richtiges Fan-Potenzial hat", erklärte der deutsche Kapitän, der nach seinen Wadenproblemen wieder einsatzbereit sein sollte. Dafür muss Barisic wohl auf Goalie Jan Novota verzichten - der Slowake wurde von einer Grippe geplagt und muss nach wie vor Antibiotika schlucken.

Auch ohne den Keeper wollen die Rapidler die Chance auf die Vizemeisterschaft wahren. "Es wird ein harter Kampf. Vor Saisonbeginn war ein internationaler Startplatz unser Ziel, jetzt wollen wir den zweiten Platz, und dem werden wir alles unterordnen", versprach Barisic. Seine Mannschaft kassierte in den vergangenen 14 Runden nur eine Niederlage und ist mit 24 Punkten das beste Frühjahrsteam vor Sturm und Salzburg (je 23).