Erstellt am 07. Mai 2014, 21:43

von Bernd Dangl

SV Horn: 0:7 gegen Salzburg. Die Waldviertler mussten sich im Semifinale dem großen Favoriten nach einer tollen ersten Halbzeit am Ende doch noch klar geschlagen geben.

 |  NOEN, Collage Bruckmüller
Nichts wurde es mit dem Waldviertler Wunder, im Gegenteil: Salzburg schaffte mit einem 6:0-Erfolg vor 6.000 Zuschauern in der Waldviertler Volksbank-Arena ganz souverän den Einzug ins ÖFB Cup-Finale. Vor allem die zweite Halbzeit stand klar im Zeichen der Gäste, die den Cup-Fight in dieser Phase nur noch für ein lockeres Trainingsspielchen benutzten.

Dabei boten die Horner vor allem im ersten Abschnitt eine ambitionierte Leistung, hatten mehrere Großchancen und schossen auch das erste Tor. Einen Konterball brachte Erbek zur Mitte, Casanova donnerte direkt drauf und ins Netz. Jubel! … und ein Pfiff – Abseits(16.).

Horn ließ auch nach Eigentor nicht locker

Kurz darauf die nächste dicke Möglichkeit für die Horner: Simon Abraham zog auf der linken Seite auf und davon, hatte nur noch Salzburg-Keeper Gulacsi vor sich, der jedoch toll reagierte und seinen Kasten sauber hielt (23.). Statt 1:0 stand’s kurz darauf 0:1. Bei einem Kampl-Stanglpass wollte Antonitsch klären, der Versuch ging aber ins eigene Tor (28.).

Horn ließ jedoch nicht locker und agierte mutig nach vorne. Gleich mit dem nächsten Angriff kam der aufgerückte Markus Lackner zur Ausgleichschance. Er tankte sich links durch, Gulacsi reagierte reflexartig und verhinderte mit einer Fußabwehr das 1:1.

Kurz darauf aber das 0:2. Bei einem weiten Pass in die Horner Hälfte verließ Antonitsch die Viererkette, Alan sah den Platz, setzte Mane ein, der der Innenverteidigung entwischte (30.) und so Salzburg endgültig auf Kurs schoss.

Außer den Toren zeigte der haushohe Favorit im ersten Durchgang nicht viel, lediglich ein Soriano-Freistoß ging knapp daneben.

Horn hingegen hatte weitere große Chancen auf einen Treffer: Sahanek brachte einen Schuss zunächst zu zentral auf das Tor, sodass Gulacsi halten konnte, in Minute 45 landete ein Schuss des Angreifers nur Zentimeter neben der Stange.

Salzburg im zweiten Abschnitt deutlich besser

Im zweiten Abschnitt schaltete der Meister aber einen Gang höher, während Horn immer mehr wegbrach. Kampl mit dem 3:0 nach 52 Minuten sorgte für die endgültige Entscheidung, die weiteren Treffer waren nur noch Formsache – und schöner als der andere. Am Ende stand ein 7:0 auf der Anzeigetafel und auch das Waldviertler Publikum applaudierte der Truppe von Roger Schmidt.

Stimmen zum Spiel:

Willi Schuldes, Trainer SV Horn:
„Wir hatten in der ersten Halbzeit fünf hundertprozentige Chancen. Wenn uns da ein Tor gelingt, dann bebt das Stadion. In der zweiten Halbzeit hat Salzburg dann klar dominiert, bei uns passte dann nicht mehr viel zusammen. Salzburg hat eine extrem hohe Qualität. Die haben Stürmer, hinter denen ganz Europa her ist.“

Roger Schmidt, Trainer Red Bull Salzburg:
„In der ersten Hälfte waren wir nachlässig und haben sehr viele Fehler gemacht. Nach der Pause haben wir aber sehr guten Fußball gespielt und auch sehr schöne Tore gemacht. Ich freue mich jedenfalls immer, wenn wir sehr kreativ sind, schöne Spielzüge kreieren und dann auch noch treffen.“

Kevin Kampl, Spieler Red Bull Salzburg:
„Es sah etwas einfacher aus, als es war. Besonders in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt und Horn viel zu viele Chancen ermöglicht. Aber nach der Pause war es dann weit besser.“

Harun Erbek, Spieler SV Horn:
„Das war ein anderes Niveau als in der Meisterschaft. In der ersten Halbzeit haben wir uns gut verkauft.“

Simon Abraham, Spieler SV Horn:
„Als ich bei 0:0 alleine auf das Salzburger Tor gelaufen bin, sind mit 17 Gedanken durch den Kopf geschossen.“

Aleksandar Djordjevic:
„Salzburg ist die beste Mannschaft, die es je in Österreich gab und die, wenn sie so zusammenbleibt, in Europa einiges erreichen kann. Jetzt konzentrieren wir uns voll auf das Spiel in Parndorf, damit wir den Klassenerhalt fixieren.“

SV HORN – FC RED BULL SALZBURG 0:7 (0:2).

Torfolge: 0:1 (28., Eigentor) Antonitsch, 0:2 (30.) Mane, 0:3 (52.) Kampl, 0:4 (65.) Sane, 0:5 (75.) Alan, 0:6 (80.) Mane, 0:7 (83.) Zulj.
Gelbe Karten: Lackner (44., Foul); Schwegler (51., Foul).
Horn: Petermann; Erbek, Antonitsch, Djordjevic, Salvatore; Lackner, Sittsam (53. Toth), Candela, Abraham; Sahanek (69. Gschweidl), Casanova (53. Dilic).
Salzburg: Gulacsi; Ulmer (46. Schwegler), Hinteregger, Ramlho (49. Hierländer), Klein; Leitgeb, Ilsanker, Kampl; Mane, Soriano (67. Zulj), Alan.
Waldviertler Volksbank Arena, 6000 Zuschauer, SR Kollegger.